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Pfingstsonntag

Im Pfarrverband Neubeuern - Nußdorf

 

 

Ewiger Gott,

öffne unser Herz

für deinen heiligen Geist,

erleuchte uns und mache uns eins.

Komm, die Erde zu verwandeln

und die Menschen zu erneuern

durch die Kraft deiner Liebe

und die Sprache, in der dich alle Völker verstehen,

durch deinen Sohn, Jesus Christus,

an diesem festlichen Tag

und in unserem ganzen Leben.

 

 

Eingang: GL 351 Komm, Schöpfer Geist

 

Begrüßung 

Liebe Pfingstgemeinde,

Lasst uns feiern

- im Namen Gottes, der uns mit jedem Atemzug, den wir tun, seinen Geist einhaucht.

- im Namen seines Sohnes Jesus Christus, der Mensch wurde wie wir, der starb und auferstand, damit auch wir auferstehen; der gen Himmel auffuhr, um jedem Menschen nahe zu sein.

- und im Namen des Heiligen Geistes, in dem Gottes Gegenwart spürbar wird.

 

Kyrie 163,5

 

Gloria GL 170 Allein Gott in der Höh sei Ehr

 

Tagesgebet

Gott, himmlischer Vater, du schenkst uns deinen Geist.

Du begeisterst uns. Du lässt uns einander verstehen.

Du öffnest unsere Herzen für dein Wort.

Du lässt uns zusammenkommen in deiner Liebe.

Lass uns dein Wort und deine Liebe weitergeben.

 

Darum bitten wir durch Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Lesung aus der Apostelgeschickte: Apg2,1-11

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.

Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.

In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,  von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

 

Lied: GL 365 Meine Hoffnung und meine Freude

 

Halleluja, Halleluja

Komm heiliger Geist,

erfülle die Herzen deiner Gläubigen

und entzünde in Ihnen das Feuer deiner Liebe.

Halleluja, Halleluja

 

Evangelium Joh 20,19-23;

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen.

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

 Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

 

 

 

 

Predigt

Liebe Gemeinde,

schön dass sie heute Gottesdienst feiern! Das ist keine Selbstverständlichkeit, obwohl wir an Pfingsten ein Hochfest feiern. Viele Menschen, auch viele Christen, sehen das Pfingstfest vor allem als verlängertes Wochenende und nutzen diese Tage als Kurzurlaub, fahren in die Berge oder ans Meer. In Deutschland haben ja jetzt auch Ferienwohnungen und Hotels wieder geöffnet. Und warum auch nicht? Man kann doch Gott auch in der Natur nahe sein. Gott ist überall, nicht nur in der Kirche. Und es ist doch wertvoll, wenn die Menschen mit Familienangehörigen und Freunden etwas unternehmen und erleben, was ihrer Seele gut tut.

Solche Sätze kann ich vielfach lesen und hören. Gott ist überall – dagegen ist auch gar nichts einzuwenden; und dass Aktivitäten mit Familie und Gleichgesinnten Gemeinschaft stiften, ist ebenfalls richtig. Und dennoch: Ist es wirklich dasselbe, ob wir einen Gottesdienst in der Gemeinde feiern oder eine Wanderung mit Freunden machen?

Wir wissen, dass viele Menschen mit kirchlichen Veranstaltungen nicht mehr viel anfangen können. Der Gottesdienstbesuch an normalen Sonntagen spricht eine deutliche Sprache. Das heißt allerdings nicht, dass die Menschen, die selten eine Kirche betreten ungläubig sind. Manche sind auf der Suche, wie sie gemeinsam ihren Glauben leben können. Gott entscheidet selbst , wie und wo er sich zu erfahren gibt. Die alltäglichen Räume und Situationen kommen dafür ebenso in Frage wie die besonderen, die kirchlichen Räume ebenso, wie die Natur. Daraus folgern etliche, es sei zwar gut zum Gottesdienst zu gehen, aber nicht unbedingt notwendig.

Ich meine dagegen: Glaube entsteht nicht aus dem Nichts, er muss  gelebt und er will gefeiert werden, am besten mit anderen. Die Erfahrungen, die Menschen mit Gott machen, müssen weitergesagt, die Geschichte von Jesus muss erzählt werden .So ist es damals am ersten Pfingsttag und dann 2000 Jahre lang geschehen, und so geschieht es immer wieder: wenn wir miteinander Gottesdienst halten und die Sakramente feiern.

Wenn wir das alles über den Haufen werfen, sind wir dann wirklich imstande, die Spuren Gottes in unserem Leben auszumachen? Entdecken wir sie dann in unserem Alltag, bei der Arbeit. In der Freizeit? Sind wir dann in der Lage, Gottes Gegenwart beim Einkaufen oder am Strand zu spüren? Oder ist es vielmehr so, dass Gott mehr und mehr aus dem Leben, Denken und Fühlen der Menschen verschwindet? Denn auch das ist und leistet der Gottesdienst: Er ist ein Rahmen, in dem Glaubenszeugnisse erzählt, bewahrt und weitergegeben werden. Im Gottesdienst vergegenwärtigen wir uns, wie Menschen vor uns geglaubt haben und wie Menschen heute mit einander glauben. Das erste Pfingstfest ist die Geburtsstunde der Kirche gewesen. Die Freunde Jesu wurden von der Furcht befreit, die sie ans Haus gefesselt hatte, und mit der Kraft des Geistes erfüllt. Alle Zaghaftigkeit und Niedergeschlagenheit fiel von ihnen ab. Sie fühlten sich stark, auch andere zu begeistern. Sie traten an die Öffentlichkeit , standen für den Glauben ein und feierten das Mahl des Herrn. Jeder Gottesdienst ist ein Gemeinschaftserlebnis. Wir kommen als Gemeinde zusammen um Gott die Ehre zu geben. Gewiss tut uns das gut. Wir hören von Jesus und werden von ihm gestärkt; wir bestärken uns gegenseitig und schöpfen neue Kraft. Wir finden Nahrung für unsere Seelen. Und doch ist Gottesdienst in erster Linie Dienst für Gott und nicht ein Event für das Publikum. Es scheint fast so, als sei es heute nötig, den Leuten immer wieder etwas Neues, möglichst Spektakuläres zu bieten, damit sie bei der Stange bleiben und wiederkommen. Natürlich kann ich einen Gottesdienst besonders gestalten, auch an einem Festtag. Doch ein Gottesdienst, eine Andacht ist etwas anderes als eine Konzert- oder Theateraufführung. Es ist eben nicht gleichgültig ob wir uns in der Kirche versammeln, um das Wort des Herrn zu hören oder ob wir einen Ausflug ins Grüne machen.

Es heißt: Der Geist weht, wo er will. Er weht vielleicht auch beim Open-Air-Konzert, oder  wenn wir mit Freunden durch den Wald wandern. Doch ich bin sicher, dass der Geist heute auch hier, bei uns in der Kirche oder im Hausgottesdienst, in unserer Mitte anwesend ist - dass er wirkt, wenn wir gemeinsam beten und singen und uns seiner Kraft öffnen. Denn das gehört auch dazu: die Bereitschaft, den Geist zu empfangen, damit wir in dieser Kraft Gott in der Welt bezeugen können.

 

 

Glaubensbekenntnis

 

 

 

Fürbitten

Der Geist des gütigen Gottes vertieft unser Menschsein und führt uns in das göttliche Leben hinein. Ihn rufen wir an: Sende uns deinen Geist

1.    Für deine ganze Kirche: Erneuere und einige sie. Entzünde in den Gläubigen das Feuer deiner Liebe.

A: Sende uns deinen Geist

2.    Für die Notleidenden, Kranken und Armen und allen, die ihnen helfen

A: Sende uns deinen Geist

3.    Für die Familien. Schenke ihnen Frieden, Hoffnung und Zuversicht

A: Sende uns deinen Geist

4.    Für unsere Verstorbenen nimm sie auf in das Reich deines Friedens

A: Sende uns deinen Geist

Gott, der Geist hat uns begeistert und uns zum Leben befreit. Wir danken dir dafür durch Christus unseren Herrn.

 

Lobpreis

 

Komm herab, o Heiliger Geist,

der die finstere Nacht zerreißt,

strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,

komm der gute Gaben gibt,

komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,

Gast, der Herz und Sinn erfreut,

köstlich Labsal in der Not.

In der Unrast schenkst du Ruh,

hauchst in Hitze Kühlung zu,

spendest Trost in Leid und Tod.

Komm du glückselig Licht,

fülle Herz und Angesicht,

dring bis auf der Seele Grund.

 

Ohne dein lebendig Wehn

kann im Menschen nichts bestehn ,

kann nichts heil sein noch gesund.

 

Was befleckt ist, wasche rein,

Dürrem gieße Leben ein,

heile du , wo Krankheit quält.

 

Wärme du, was kalt und hart,

löse, was in sich erstarrt,

lenke, was den Weg verfehlt.

 

Gib dem Volk, das dir vertraut,

das auf deine Hilfe baut,

deine Gaben zum Geleit.

 

Lass es in der Zeit bestehn,

deines Heils Vollendung sehn

und der Freuden Ewigkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vater unser

 

Schlussgebet:

Herr unser Gott, du hast deine Kirche mit himmlischen Gaben beschenkt. Erhalte ihr deine Gnade, damit die Kraft aus der Höhe, der heilige Geist, in ihr weiterwirkt und die geistliche Speise sie nährt bis zur Vollendung.

 

Segen .

Der Herr segne und behüte dich, er lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Er wende dir sein Angesicht zu und schenke dir seinen Frieden. Das gewähre euch der dreieinige Gott+ der Vater, der Sohn und der heilige Geist Amen.

 

Schlusslied: Gl 451 Komm, Herr, segne uns

 

Liebe Gemeinde,

 

mit diesem Pfingst-Gottesdienst-Brief endet nun die Reihe unserer Sonntagsbriefe und Mittwochsandachten.

Seit Mitte Mai dürfen wir wieder Gottesdienste feiern - vorerst natürlich unter den gebotenen Auflagen wie Abstand und Mund-Nasen - Schutz und wir wollen Sie herzlich einladen, wieder in die Kirche zu kommen.

Auf den Seiten des Ordniariats www.erzbistum-muenchen.de  werden weiterhin Gottesdienstvorlagen für Hausgottesdienste zum downloaden veröffentlicht, ebenso gibt es die bekannten Möglichkeiten, über TV und Radio Horeb etc.Gottesdienste zu Hause mitzufeiern.

Gleichzeitig bedanken wir uns auch herzlich für die vielen positiven Rückmeldungen zu den virtuellen und brieflichen Angeboten der vergangenen Wochen.

In der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen

und mit allen guten Wünschen für die Gesundheit,

Ihr Seelsorgeteam

Mittwochsandacht 27. Mai 2020

Danke für das Leben

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.

Die Nacht ist verflattert, und ich freue mich am Licht.

Herr, ich bin fröhlich.

Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.

Das All und unsere Herzen sind offen für Deine Gnade.

Ich fühle meinen Körper und danke.

Herr, ich freue mich an der Schöpfung. Und dass Du dahinter bist und daneben und davor und darüber und in uns.

Die Psalmen singen von Deiner Liebe, die Propheten verkündigen sie,

und wir erfahren sie.

Ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.

Ein neuer Tag, der glitzert und knistert und jubiliert von Deiner Liebe.

Jeden Tag machst Du,

Du zählst jeden Tag die Haare auf meinem Kopf.

Halleluja, Herr.                                                            Aus Afrika -

Lied: Danke für diesen guten Morgen

V. Im Namen des Vaters …   A. Amen

Gott, unser Vater, alles, was ist hast Du erschaffen – die ganze Welt und auch wir selbst kommen aus deiner Hand. Dafür loben wir dich und danken dir.

A.    Amen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas  (Lk 17, 11-19)

Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf ging, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in gehörigem Abstand stehen und riefen laut: »Jesus! Herr! Hab Erbarmen mit uns!« Jesus sah sie und befahl ihnen: »Geht zu den Priestern und lasst euch eure Heilung bestätigen!« Und als sie unterwegs waren, wurden sie tatsächlich gesund. Einer aus der Gruppe kam zurück, als er es merkte. Laut pries er Gott, warf sich vor Jesus nieder, das Gesicht zur Erde, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus sagte: »Sind nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind dann die anderen neun? Ist keiner zurückgekommen, um Gott die Ehre zu erweisen, nur dieser Fremde hier?«

Dann sagte er zu dem Mann: »Steh auf und geh nach Hause, dein Vertrauen hat dich gerettet.«

Ein Gedanke zum Evangelium

>Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.<

Das ist der erste Satz; der mir zu diesem Evangelium einfällt. Und vermutlich machen fast alle Christen rege Gebrauch von dieser Aufforderung. Wie es dagegen mit dem Dank für die Gebetserhörungen aussieht, ob wir eher den neun Geheilten oder dem einen ähneln, weiß nur Gott allein. Was ich aber viel wichtiger finde: Wenn wir Gott um etwas bitten, dann heißt das, dass wir ihm zutrauen, dass er unser Leben oder die Situation, um die es geht,

Dankbarkeit

Heute, mein Gott, will ich dir danken, für die bisherige Lebenszeit

mit allem, was sie mir gebracht hat.

Ich danke dir für die kleinen Freuden des Alltags,

für jeden Baum, für jeden Strauch,

für den Gesang der Vögel in den Zweigen,

für die Menschen, die mir begegnen, und die zu mir gehören.
Es ist noch so viel, was mein Leben reich macht.

Erhalte mir, Herr, ein waches Bewusstsein

für den Reichtum meiner Tage.
Ich will nicht klagen über das, was mich beschwert,

freuen will ich mich, dass ich deiner Treue gewiss sein darf

und deiner Vergebung.
Hilf mir, Herr, dass ich den Menschen meiner Umgebung mit offenen Augen begegne.

Ich weiß nicht, wieviel Zeit du mir noch zumessen wirst.

Darum will ich dir danken, Gott, für jeden Tag und jede Stunde,

die du mich leben lässt. 

Amen.

 

Segen

Der Herr segne und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei Dir gnädig.

Der Herr wende dir sein Angesicht zu

Und schenke dir seinen Frieden.

So segne uns der allmächtige Gott,

Der Vater, der Sohn  und der heilig Geist.

Amen.

 

Lied: Gott gab uns Atem, damit wir leben (GL 468)

 

wirklich zum Guten wenden kann! Und dieses Vertrauen ist etwas sehr Wertvolles. Mögen wir daran festhalten, dass er der Herr über unser Leben ist. Und der schönste Dank, den wir ihm bringen können sind keine großen Worte, sondern ein Leben aus seinem Geist.

 

V: Danket dem Herrn, der er ist gütig

A: Denn seine Huld währt ewig.

V: Danket dem Herrn aller Herren,        A: denn seine Huld …

V: Der allein große Wunder tut,   A: denn seine Huld …

V: Der Himmel und Erde erschaffen hat  A: denn seine …

V: Der den Menschen als Mann und Frau erschaffen hat …

V: Der die Menschen mit Gaben und Fähigkeiten beschenkt …

V: Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde,

A: wir danken dir für all deine Gaben und Gnaden, mit denen du uns reich beschenkst. Lob sei dir und Ehre in Ewigkeit.

V: Danket dem Herrn                            A: denn seine Huld …

V: Der mit Israel seinen Bund geschlossen hat …

V: Der durch die Propheten zu seinem Volk gesprochen hat, …

V: Der uns durch seinen Sohn erlöst hat …

V: Der seinen Sohn von den Toten erweckt hat …

V: Der seinen Geist ausgesandt hat …

V: Der uns in seine Kirche berufen hat …

V: Gott, Hirt deines Volkes und Herr der Kirche,

A: wir danken dir für all deine Gaben und Gnaden, mit denen du uns reich beschenkst. Lob sei dir und Ehre in Ewigkeit.

V: Danket dem Herrn                            A: denn seine Huld …

V: Der seine Schöpfung erhält und die Früchte wachsen lässt …

V: Der unser Leben bewahrt …

V: Der uns Speise und Trank finden lässt …

V: Der uns mit dem Brot des Himmels sättigt, …

V: Der uns auf allen Wegen begleitet, …

V: Der uns auch in der Stunde des Todes nicht verlässt, …

V: Gott, du Freund des Lebens und Ziel unserer Hoffnung,

A: wir danken dir für all deine Gaben und Gnaden, mit denen du uns reich beschenkst. Lob sei dir und Ehre in Ewigkeit.

Fürbitten:

V: Herr, unser Gott, du kennst uns durch und durch. Du weißt, was wir zum Leben brauchen. Zu dir kommen wir mit all' unseren Bitten und Bedürfnissen:

V: Lass uns Sehende sein, damit wir an den Nöten der Mitmenschen nicht vorbeirennen, sondern sie zu den unsrigen machen.

A: Wir bitten dich, erhöre uns!

V: Lass uns Hörende sein, damit wir die oft stillen Rufe der leidenden Menschen nicht überhören, sondern in Tat und Wort Zeugen der Frohen Botschaft sein können. A: Wir bitten dich, …

V: Lass uns Liebende sein, damit wir mit dem Blick dieser Aufmerksamkeit aufeinander zugehen können und Beziehungen knüpfen und wachhalten können. A: Wir bitten dich, erhöre uns!

V: Lass uns Glaubende sein, dass das Brot, das Du uns Tag für Tag, Woche für Woche schenkst, uns stärkt in unserem Leben und in unserem Alltag. A: Wir bitten dich, erhöre uns!

V: Lass uns Hoffende sein, dass wir am Ende dieser Tage bei Dir die letzte Geborgenheit annehmen können. A: Wir bitten dich, …

V: Herr, unser Gott, nimm unsere Bitten, die wir vor Dich gebracht haben, an, auch die, die wir nicht ausgesprochen haben und die den Gläubigen unseres Pfarrverbandes am Herzen liegen. Darum bitten wir Dich durch Jesus Christus, unseren Herrn. A: Amen.

 

Vater unser  

Fröhlich sein,

Gutes tun

und die Spatzen

pfeifen lassen.

 

(Don Bosco)


7. Sonntag in der Osterzeit

24.05.2020

 

Liebe Gemeinde, wir wünschen Ihnen einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!

Ihr Seelsorgeteam im Pfarrverband Neubeuern –Nußdorf

 

Lied: Der Geist des Herrn erfüllt das All (GL 347, 1-3)

 

Eröffnung: Im Namen des Vaters …A: Amen.

V: Der auferstandene Jesus Christus ist in unserer Mitte und schenkt uns seine Gemeinschaft und seinen Frieden. A: Amen.

 

Mit Jesu Himmelfahrt beginnt der Weg der Kirche, mit Jesu Wiederkunft wird dieser Weg sein Ziel finden. Die Jüngerinnen und Jünger wissen: Sie brauchen für diesen Weg die Kraft, die Jesus versprochen hat: den Heiligen Geist. Die Apostel und Maria, die Mutter Jesu, und mit ihnen viele Jüngerinnen und Jünger beteten gemeinsam und eines Sinnes um den Heiligen Geist. Auch wir sind eingeladen, besonders in den Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten um den Heiligen Geist zu beten, um seinen Beistand, seine Kraft, seine Gaben und seinen Beistand auf unserem Weg.

 

Kyrie:

V: Herr Jesus Christus, du bist der Mittler zwischen Gott und den Menschen.

V:/A: Herr, erbarme dich.

V: Herr Jesus Christus, du schenkst uns die Kraft deines Geistes.

V:/A: Christus, erbarme dich.

V: Herr Jesus Christus, du bist unser Friede.

V:/A: Herr, erbarme dich.

 

Gebet:

Wir danken dir, Herr, unser Gott, für das gemeinsame Gebet, das uns mit Menschen in unserer Gemeinde und auf der ganzen Erde verbindet. Alles bleibt in uns lebendig, was wir allein vergessen und verlieren würden: Die Gemeinschaft mit dir und

Fürbitten

Im Vertrauen auf seinen Beistand empfehlen wir Gott unsere Welt. Für sie und auch für uns wollen wir beten:

 

1) Wir beten für alle Menschen, die das Corona-Virus besonders gefährdet und die den zunehmenden „Lockerungen“ mit Angst begegnen.

V: Herr, sende uns deinen Geist- A: Herr, sende uns deinen Geist

 

2) Für alle, die Grundrechte, Freiheit und Gesundheitsschutz
gut miteinander vereinbaren wollen.

V/A: Herr, sende uns deinen Geist

 

3) Für alle Familien, die seit Wochen Kinder oder kranke und ältere Angehörige ohne Unterstützung von außen betreuen; und für die allein lebenden Menschen, an die heute niemand denkt.

V/A: Herr, sende uns deinen Geist

 

4) Wir beten für die Menschen, die unter schlechten Bedingungen in der Nahrungsmittelindustrie arbeiten und deren Wohnsituation oft unwürdig ist.

V/A: Herr, sende uns deinen Geist

 

5) Wir beten für die Schöpfung, deren Teil wir sind; für Pflanzen und Tiere in unserer Natur, um deren Überleben wir uns sorgen müssen.

V/A: Herr, sende uns deinen Geist

 

6) Wir beten für die Menschen, die der Wirbelsturm in Indien und Bangladesh getroffen hat und die ihre Heimat verlassen 

Lobpreis:

Kehrvers: Alles, was Odem hat, lobet den Herrn. (beten oder singen unter GL 616,6)

 

Gott und Vater, wir kommen zu dir, um dir zu danken,
denn du hast die Welt und all ihre Wunder hervorgerufen,

weil du sie liebst.
Um uns Menschen deine Liebe zu offenbaren,
hast du Jesus von Nazareth gesandt,
damit er deine Größe bezeuge.

 

Kehrvers


Seine Jünger haben erkannt,
dass er von dir ausgegangen ist,
und sie sind zum Glauben gekommen,
dass du ihn gesandt hast.

Als er alles vollbracht hatte,
hat er sie ausgesandt, damit sie sein Werk fortsetzen
und dich verherrlichen, wie Jesus dich verherrlicht hat.

Kehrvers

 

Alle Menschen sollen dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und Jesus Christus, den du gesandt hast,
damit sie so das ewige Leben haben.
So bekennen uns auch wir zu Jesus Christus
und rühmen deinen Namen.
Wir preisen deine Größe und singen mit der ganzen Schöpfung:

 

Lied: Dir Gott im Himmel Preis und Ehr (GL 167)

 

Leben, das in deiner Ewigkeit geborgen ist. Festige unsere Gemeinschaft mit dir und untereinander, durch Christus, den auferstandenen Herrn. Amen.

 

Lesung aus der Apostelgeschichte: Apg 1, 12-14

Als Jesus in den Himmel aufgenommen worden war, kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist,
nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben:
Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, 
sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

 

Halleluja: GL 175,6 (oder ein anderes, bekanntes Halleluja)

 

Evangelium nach Johannes: Joh 17,1-11a

In jener Zeit  erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt. Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir.

 

Gedanken zum Evangelium:

 

Im Gebet vereint

Nach der Himmelfahrt Christi hätten die Jünger und Jüngerinnen den Kopf in den Sand stecken können – doch sie versammelten sich um zu beten und innezuhalten. Sie fragten sich, welche Rolle ihnen zukommt. Ihnen ist nach Ostern klar: Jesus ist der Weg Gottes zu den Menschen und der Weg der Menschen zu Gott. Sie werden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Brückenbauer und Brückenbauerinnen – mit Hilfe des Heiligen Geistes. Auch wir sind aufgefordert, die Frohe Botschaft in der Welt aufscheinen zu lassen: Gottes Geist macht alles neu! Im Gebet wirkt der Heilige Geist in uns. Er tröstet uns und lässt uns erkennen, was zu tun ist. Gerade jetzt in Zeiten der Unsicherheit und Veränderung, können wir um die Kraft Gottes, die uns belebt und erneuert, sicher sein und ihr vertrauen. Die Lesung lädt uns ein die persönliche Gebetspraxis zu überdenken: Wo ist mein „Obergemach“, der Platz, wo ich am liebsten –allein oder mit anderen gemeinsam –bete? Mit wem bete ich gerne gemeinsam bzw. mit wem fühle ich mich im Gebet verbunden?

 

Pfingsten, das Gründungsfest der Kirche steht vor der Tür

Unsere Glaubensgemeinschaft musste die letzten Wochen auf vieles verzichten. Aber diese Zeit kann uns verdeutlichen, was uns trägt, was Kirche zusammenhält, wo Gottes Geist lebendig ist und wo er gebraucht wird. Geist Gottes der alles verbindet!

 

Glaubens-Familie

Einer ist Vater und Mutter für dich und für mich,

für alle. Den nennen wir Gott, den Schöpfer.

Einer ist Bruder und Freund  für dich und für mich,

für alle. Den nennen wir Jesus, den Sohn.

Einer ist Feuer und Flamme für dich und für mich, für alle.

Den nennen wir den Heiligen Geist, der alles lebendig macht.

Und Gott sagt: Du bist mein Kind.

Und Jesus sagt: Du bist mein Freund.

Und der Heilige Geist sagt: Du bist mein Schatz.

Daran glaube ich.

Und du und ich, wir alle,

sind Gottes Haus.

Er wohnt in uns .

Und ich wohne am Ende meines Lebens bei ihm. Das glauben wir. Amen.

aus: Die Botschaft heute

 

Glaubenslied: Gott ist dreifaltig einer (GL 354)

 

mussten; und für alle Helferinnen und Helfer, die in dieser Katastrophe Leben und Gesundheit der Menschen retten.

V/A: Herr, sende uns deinen Geist

 

Guter Gott, du kennst uns besser als wir uns selbst. Du schaust in unser Herz. Nimm unser Gebet an und lass es zum Segen für uns und andere werden. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Vater unser

Beten wir verbunden mit allen Menschen, die auch gerade beten, mit den Worten Jesu. Vater unser…

 

Segensgebet:

Gott geht mit uns auf all unseren Wegen. Er liebt das Leben, geht mit uns durch die Zeit. So viele Jahre steh ́n unter seinem Segen. In Christus sehn wir Gottes Herrlichkeit. Gestern und heute, heute und morgen: In jedem Leben ist Gottes Geist verborgen. Gestern und heute, heute und morgen: In Gottes großer Liebe bleiben wir für alle Zeit geborgen.

 

So segne und behüte uns der barmherzige und menschenfreundliche Gott- im Namen des Vater, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied: Komm Herr, segne uns (GL 451)

 

 

 

 

 

 

 

Mittwochsandacht 13.05.2020

„Glaube“

                                                                                                                      Koptische Ikone „Christus und Abbas Menas“

Eröffnung: Im Namen des Vaters …

V:Jesus Christus ist unter uns und stärkt unsere Hoffnung. A:Amen

V: Solange wir leben, suchen wir nach Halt. Wir schauen nach rechts und links und tasten nach festem Boden unter den Füßen. Glaubend strecken wir uns aus nach Gott. Doch wer glaubt, kennt auch Zweifel. Im Glauben vereint, bitten wir, Gott möge unseren Glauben stärken.

L: Ein Mann sagte: Wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns! Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. Da rief der Mann: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! (vgl. Mk 9,22-24)

V/A: Ich glaube, Herr. Hilf meinem Unglauben!

V: Du Gott der Suchenden. A: Ich glaube, Herr….

V: Du Gott der Fragenden. A: Ich glaube, Herr….

V: Du Gott der Zweifelnden. A: Ich glaube, Herr….

V: Du Gott der Mutlosen. A: Ich glaube, Herr….

V: Du Gott der Schwachen. A: Ich glaube, Herr….

V: Du Gott der Gescheiterten. A: Ich glaube, Herr….

V: Du Gott der Gefangenen. A: Ich glaube, Herr….

V: Du Gott der Sterbenden. A: Ich glaube, Herr….

 

L: Herr, du bist treu. Wenn uns auch Zweifel und Unsicherheit erdrücken, so bleibst du dennoch nahe. Du bist vertraut mit allen unseren Wegen. Du umgibst uns von allen Seiten und hast deine Hand auf uns gelegt. Daran dürfen wir glauben. Daran dürfen wir uns festhalten.

 

V/A: Wende unsere Herzen neu zu dir.

V: Gestärkt sind wir durch deinen Geist, gewollt sind wir von deiner Liebe, getragen sind wir durch deine Nähe, gestützt sind wir durch dein Erbarmen. A: Wende unsere Herzen neu zu dir.

V: Gehalten sind wir in den Stürmen unseres Lebens, geborgen sind wir in den Tiefen der Unsicherheit, geliebt sind wir in den Wüsten der Angst, geführt sind wir auf den Wegen des Alltags. A: Wende unsere Herzen neu zu dir.

V: Geleitet sind wir durch dein Wort, geeint sind wir in der Gemeinschaft deiner Kirche, gerufen sind wir an deinen Tisch, gesandt sind wir als Zeugen deiner Treue. A: Wende unsere…

 

V: Wo Menschen ihre Kräfte überschätzen und allein auf eigene Leistung bauen,

A: schenke die Gabe des Glaubens.

V: Wo Menschen Tränen der Enttäuschung weinen und durch ihren Alltag taumeln, A: schenke die Gabe des Glaubens.

V: Wo Menschen nach dem richtigen Weg für ihr Leben suchen, A: schenke die Gabe des Glaubens.

V: Wo Christen in Gleichgültigkeit erstarren oder ihnen die Kräfte schwinden, A: schenke die Gabe des Glaubens.

V: Wo Christen die Freude an dir verlieren,

A: schenke die Gabe des Glaubens.

V: Wo wir mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zusammen leben, A: schenke die Gabe des Glaubens.

V: Wo wir einander tragen und ertragen,

A: schenke die Gabe des Glaubens.

V: Wo wir Brücken zueinander bauen,

A: schenke die Gabe des Glaubens.

 

L: Herr, wer auf dich baut, gewinnt Vertrauen; wer auf dich baut, gewinnt das Leben. Sende deinen Geist, damit er unseren Glauben stärke. Mache uns füreinander zu Zeugen des Glaubens. Amen.

 

 

In den Fürbitten beten wir zu Gott, unserem Halt:

1) Für alle, die auf der Welt einen geliebten Menschen in der Sterbestunde allein lassen mussten. Für Pflegekräfte, Ärzte und Bestatter, die sie in dieser schrecklichen Situation begleiten.  

V: Du, Gott des Lebens - A: Stärke sie!

2) Für alle Verantwortlichen, die in diesen Tagen weitreichende Entscheidungen treffen müssen.  

V: Du, Gott des Lebens – A:…

3) Für alle Eltern und Kinder, die durch die aktuelle Situation schwer belastet sind. Für die Kinder, die zu Hause lernen sollen und denen Unterstützung fehlt.

V: Du, Gott des Lebens - A: …

4) Für die Eltern, die Existenznöte erleben und für alle, die jetzt besonders unter Aggression und Gewalt leiden.

V: Du, Gott des Lebens - A: Stärke sie!

5) Für uns und alle, die – immer noch unsicher – jede Situation in eigener Verantwortung neu gestalten müssen.

V: Du, Gott des Lebens - A: Stärke sie!

 

 

Segen:

 

A: Gott, du Quelle des Lebens,  du Atem der Sehnsucht, du Urgrund allen Seins. Segne uns mit dem Licht deiner Gegenwart, das unsere Fragen durchglüht und unseren Ängsten standhält. Segne uns, damit wir ein Segen sind und mit zärtlichen Händen und einem hörendem Herzen, mit offenen Augen und mutigen Schritten dem Frieden den Weg bereiten.

Segne uns, dass wir einander segnen und stärken und hoffen lehren wider alle Hoffnung, weil du unserem Hoffen Flügel schenkst. Amen.                                               (Katja Süss)

 

 

 

 

 

 

 

 

Fünfter Ostersonntag

 

Ich bin der Weg

und die Wahrheit

und das Leben

 

Eröffnungsgesang: Gl 329

Liebe Gemeinde, Jesus sagt heute im Evangelium: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren“.

Und ich würde vielleicht antworten: Ja, liebend gern. Aber diese Zeit ist für mich nicht gerade einfach mit den Ängsten und Sorgen, die mich und die Menschen bewegen. Aber ich vertraue dir, weil du mir ein Freund geworden bist, der mit mir geht.

Kyrie:

Jesus sagt: Glaubt an Gott und glaubt an mich, Herr erbarme dich

Jesus du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, Christus erbarme dich.

Niemand kommt zum Vater außer durch dich, Herr erbarme dich

Gloria: Gl 326

Tagesgebet:

Gott, unser Vater, du hast uns durch deinen Sohn erlöst und als deine geliebten Kinder angenommen. Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben, und schenke ihnen die wahre Freiheit und das ewige Leben. Amen.

Lesung aus der Apostelgeschichte(Apg 6,1-7)

In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten, gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden. Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger  zusammen und erklärten:

Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden diese Aufgaben übertragen. Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben. Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde, und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom heiligen Geist, ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. Sie ließen sie vor die Apostel hintreten, und diese beteten und legten ihnen die Hände auf. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.

Halleluja: Gl 175,4

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes( Joh 20,19-31)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe- den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt  kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass der Vater in mir ist und das ich im Vater bin; wenn nicht, so glaubt wenigstens aufgrund der Werke!

Amen, Amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

Predigt:

Liebe Gemeinde,

euer Herz lasse sich nicht verwirren, euer Herz sei ohne Angst ruft Christus uns zu. Aber wie bringen wir die Angst dazu aus unseren Herzen zu verschwinden.

Viel naheliegender, viel vertrauter sind uns die entgegengesetzten Erfahrungen: Die Angst greift nach unserem Herzen, trifft und lähmt uns in der Mitte unseres Lebens. Was liegt uns schwer auf dem Herzen? Die vielen Menschen, die durch das Coronavirus gestorben sind und viele Angehörige, die sich nicht richtig von ihnen verabschieden konnten. Die Überforderung von Ärzten, Krankenschwestern und Altenpflegern durch viele Überstunden. Firmen, selbständige Unternehmer und Frauen und Männer, die Angst um ihre wirtschaftliche Existenz und ihren Arbeitsplatz haben. Familien bei denen es zu Hause eng wird mit Heimkindergarten, Heimschule und Heimarbeit. Unsere Erstkommunionkinder mit ihren Familien, die sich auf ein schönest Fest freuten und nun geduldig warten müssen bis  man es feiern kann und sie können selber  hinzufügen, was ihnen schwer auf dem Herzen liegt. Manchmal sind wir geneigt, am Herzen, an der Herzlichkeit und Barmherzigkeit zu zweifeln. Herz ist Trumpf, dass mag ja beim Schafkopfen gelten. Wer aber in seinem alltäglichen Tun, der Stimme des Herzens folgt – wie weit kommt der denn? Und die Menschen, die es weit gebracht haben, sind das nicht oft diejenigen, die sich über die Stimme des Herzens hinweggesetzt haben. Wenn du überleben, Erfolg haben willst, musst du lernen, herzlos über Leichen zu gehen. Diese und ähnliche Überlegungen geben leider noch in vielen Bereichen unserer Welt den Ton an. Wir denken gerade an die Opfer des zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren und zur Zeit wird weltweit wieder verstärkt aufgerüstet. Wäre es nicht besser, dieses Geld für die Erforschung eines Impfstoffes oder bessere medizinische Versorgung auszugeben?

Jesus lebte aus der Kraft des Herzens. Er begnügte sich nicht damit, von Zeit zu Zeit, in Ausnahmefällen, der Stimme des Herzens zu folgen. Es war ihm nicht möglich sein Herz auszuschalten, selbst als er gekreuzigt wurde. Jesus, dieser unermüdliche Herzschlag der göttlichen Barmherzigkeit, war stärker. Die Kraft seines Herzens ist im Tod nicht untergegangen. Sie gehört nicht der Vergangenheit an, sondern wirkt in der Gegenwart und gestaltet unsere Zukunft, wenn er sagt: „ ich gehe hin, um euch einen Platz zu bereiten.“

Im Unterschied zu den unzähligen Menschen, die derzeit auf der Flucht sind, hat jede und jeder von uns seinen, ihren Ort. Da sind wir zu Hause, da können wir sein. Aber so wohl wir uns da fühlen, wenn auch gerade eingeschränkt, wir wissen, es genügt nicht, nur ein Dach über dem Kopf zu haben. So gut unsere Häuser und Wohnungen eingerichtet sind – dürfen wir sagen: Da haben wir den Platz, das Zuhause erreicht, wo wir wirklich Heimat finden? Ist es auch der Ort, wo unsrer Seele Ruhe und Heimat findet? Jesus geht uns zu diesem Ort voraus und er selbst ist auch dieser Ort. Wenn wir ihm folgen und bei ihm bleiben, ist es gut, den Kompass unseres Herzens nach ihm auszurichten. Beim Gottesdienst sagt der Priester: „Erhebet die Herzen!“  Die Gemeinde antwortet: „Wir haben sie beim Herrn.“

Bei Jesus können wir ohne Mühe der Stimme unseres Herzens folgen. Amen.

 

Glaubensbekenntnis

 

Fürbitten

Gottes Herz schlägt für uns Menschen. Durch seinen Sohn Jesus Christus wollen wir bitten:

Für alle, die Gott in seinen Dienst berufen hat, öffne ihr Herz für die Nöte ihrer Mitmenschen. Christus höre uns. A: Christus erhöre uns

Für alle Einsamen, Kranken und Notleidenden, und für alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich für sie einsetzen …

Für unsere Erstkommunionkinder, dass Jesus ihr Herz mit seiner Liebe entzünde…

Für alle, die Gott suchen, und für alle, die sich von ihm abgewandt haben…

Für alle Verstorbenen, für die Christus einen Platz beim Vater bereitet hat…

Barmherziger Gott, du hast ein Herz für die Menschen. Wir danken die für deine Nähe und Güte durch Christus unseren Herrn. Amen

 

 

 

 

 

 

Lobpreis

A: Dir sei Preis und Dank und Ehre

V: Gepriesen bist du Gott, für den Tag, an dem du Jesus Christus, deinen Sohn, aus dem Tod erweckt und zur Sonne des Heils gemacht hast. Am Sonntag sammelst du deine Gemeinde und stellst sie in das Licht seiner Liebe. Am Sonntag erneuerst du den Bund der Treue, den du mit uns geschlossen hast in Christi Tod und Auferstehung. Christus, dein Sohn, tritt in unsere Mitte: Er bringt uns deine Versöhnung und deinen Frieden. Er schenkt uns immer neu seinen heiligen Geist, der uns das Herz aufschließt für das Geheimnis seiner Liebe und uns den Mund auftut zum Lob seiner großen Taten, die du für uns und alle Welt vollbracht hast.

A: Dir sei Preis und Dank und Ehre

Vater unser

Friedensgruß:

Wir bezeugen Jesus als den Auferstandenen Herrn, der gekommen ist, damit alle das Leben haben. Lass uns beten, dass die Kirche Zeichen und Werkzeug des Friedens unter den Menschen sein kann.

Der Friede sei mit euch.

Schlußgebet:  

Gott du bist reich an Liebe und Güte. Wie eine Mutter und ein Vater für ihre Kinder sorgen so bist du für uns da. Schenke uns ein offenes Herz, damit wir dich in allem erkennen, was uns im Alltag begegnet. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

GL 337

 

Segen

Der Herr segne uns und behüte uns.

Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten

und sei uns gnädig.

Der Herr wende uns sein Antlitz zu

und schenke uns seinen Frieden.

Amen

Schlusslied: GL 524

 

Mittwochsandacht 6. Mai

Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist.

V: Im Namen des Vaters …  A. Amen

Lobpreis

V Gott, unser Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde, in dir leben wir, in dir bewegen wir uns und sind wir.

A Dir sei Ehre in Ewigkeit.

V Jesus Christus, aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, als Mensch bist du unser Bruder geworden. A Dir sei Ehre …

V Heiliger Geist, eins mit dem Vater und dem Sohn, du erleuchtest die Herzen der Menschen und erfüllst sie mit deiner Liebe. A Dir sei Ehre in Ewigkeit.

V Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

A Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 12, 44-50)

In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.  Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.

Gedanken zum Evangelium: Gerade in diesen Wochen nach Ostern ist das Licht von besonderer Bedeutung für uns, vielleicht brennt beim Essen die Osterkerze und abends werden nach wie vor Lichter in die Fenster gestellt, wenn die Menschen gemeinsam füreinander beten.

Das Fenster auf dem Deckblatt wäre dunkel und eintönig, wenn nicht das durchstrahlende Licht die Farben zum Leuchten bringen würde. Jesus ist das leuchtende Fenster, durch das Gottes Liebe in die Welt leuchtet. So ist es auch mit unserem Leben: Wenn wir Christus als das Licht annehmen und durch uns hindurchstrahlen lassen, werden auch wir lebendig und schenken Hoffnung weiter.

V: Jesus, du bist das Licht, nicht nur in unseren Dunkelheiten und in unserer Trostlosigkeit.

A: Wir danken dir für dein Licht.

V: Du hast deiner Kirche Maria als Vorbild im Glauben an die Seite gestellt. A: Wir danken dir für dein Licht.

V: Du bist uns auch in diesen Tagen, in denen wir Hoffnung, Zuversicht und Freude brauchen, nahe.  A: Wir danken dir …

V: Du zeigst uns die Liebe des Vaters und machst auch unsere Herzen weit. A: Wir danken dir für dein Licht.

V: Du stehst zu uns, auch wenn wir uns manchmal von dir abwenden. A: Wir danken dir für dein Licht.

V: Du zeigst uns Wege, unsere Gedanken und unser Handeln zu ändern, wo es nötig ist. A: Wir danken dir für dein Licht.

Fürbitten:

V: Herr, das Leben vieler Menschen ist nur spärlich mit Licht

erhellt, ihre Herzen sind mit Dunkelheit angefüllt. Bring du

ihnen Licht in ihre Dunkelheit.

A: Mache unser Leben hell

V: Herr, oft gibt es Irrlichter in unserem Leben. Wir streben nach

Besitz, Geld, Macht und Luxus. Lass uns erkennen, welches

die wahren Schätze des Lebens sind.

A: Mache unser Leben hell

V: Herr, du bist nicht gekommen, um zu richten, sondern um zu retten. Hilf auch uns, nicht vorschnell zu urteilen und lass uns unsere Mitmenschen mit deinen liebevollen Augen betrachten.

A: Mache unser Leben hell

V: Herr, die Kirche steht in der heutigen Gesellschaft nicht

überall in einem guten Licht da. Schenke uns Christen das

Gefühl der Einheit und die Hoffnung, dass deine Liebe uns

Licht, Wärme und Geborgenheit schenken will.

A: Mache unser Leben hell

V: Herr, schenke allen Menschen Kraft und Gesundheit und lass uns im Glauben wachsen und auf Dich vertrauen, damit wir diese Krise überstehen. A: Mache unser Leben hell

V: Lass uns wieder bewusst mit unserer Natur und deinen Geschöpfen umgehen, denn du schenkst uns alles, was wir zum Leben brauchen. A: Mache unser Leben hell.

Vater unser

 

Segen

Segen sei mit dir,

der Segen strahlenden Lichtes,

Licht um dich her und innen in deinem Herzen.

Sonnenschein leuchte dir und erwärme dein Herz,

bis es zu glühen beginnt wie ein großes Torffeuer –

und der Fremde tritt näher, um sich daran zu wärmen.

Aus deinem Augen strahle gesegnetes Licht,

wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses, die den Wanderer locken,

Schutz zu suchen dort drinnen vor der stürmischen Nacht.

Wen du auch triffst, wenn du über die Straße gehst –

ein freundlicher Blick von dir möge ihn treffen.

Und der gesegnete Regen, der köstliche, sanfte Regen

ströme auf dich herab.

Die kleinen Blumen mögen zu blühen beginnen,

und ihren köstlichen Duft ausbreiten, wo immer du gehst.

Der Segen der Erde,

der guten, der reichen Erde sei für dich da.

Weich sei die Erde dir, wenn du auf ihr ruhst,

müde am Ende des Tages,

und leicht ruhe die Erde auf dir am Ende des Lebens,

dass du sie schnell abschütteln kannst –

und auf und davon auf deinem Wege zu Gott.      

(aus Irland)

 

 

 

 

 

4. Sonntag in der Osterzeit

03.05.2020

 

 

 

Liebe Gemeinde, wir wünschen Ihnen einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!

Ihr Seelsorgeteam

im Pfarrverband Neubeuern -Nußdorf

Lied: Nun jauchzt dem Herren alle Welt (GL 144, 1-3)

 

Eröffnung: Im Namen des Vaters …A: Amen.

V: Der auferstandene Jesus Christus ist unter uns und schenkt uns seinen Frieden. A: Amen.

 

Wer durch eine Tür schreitet, übertritt die Tür-Schwelle. Die Schwelle ist immer ein Ort oder auch eine Zeit der Unsicherheit. Nicht nur, dass wir über sie stolpern könnten; sie trennt auch Drinnen und Draußen, Geborgenheit und Fremde, Sicherheit und Unsicherheit. Jesus Christus sagt von sich selbst: „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden“ (Joh 10,9). So vertrauen wir ihm in diesem Gottesdienst unser Leben an.

 

Kyrie:

V: Herr Jesus, du bist der gute Hirt.

V:/A: Herr, erbarme dich.

V: Herr Jesus, du bist die Tür zum Leben.

V:/A: Christus, erbarme dich.

V: Herr Jesus, du schenkst uns das Leben in Fülle.

V:/A: Herr, erbarme dich.

 

Gebet:

Herr Jesus Christus, du bist die Tür zu einem Leben in Fülle.

Du bist auch dann bei uns, wenn alle Türen wie verschlossen erscheinen, wenn wir zweifeln und wenn es uns schwer fällt,

an deine Liebe zu glauben.

Du öffnest uns Türen zum Leben, und du öffnest dich für uns.

Lass uns Türöffner für andere sein und sende uns Menschen, die auch uns immer wieder neue Türen öffnen. Amen.

 

 

Fürbitten

V: Jesus Christus, du guter Hirt, wir bringen unser Beten und unsere Bitten zu dir:

• Guter Gott, wir beten für die Menschen, die in dieser Zeit orientierungslos geworden sind und den Halt verloren haben, weil ihnen die Struktur des gewohnten Lebens fehlt.

A: Wir bitten dich, erhöre uns.

• Guter Gott, wir beten für die Menschen, die gerade verzweifelte, traurige, unruhige, sorgenvolle Wege zu gehen haben.

A: Wir bitten dich, erhöre uns.

• Guter Gott, wir beten für die Menschen, die sich allein und verlassen fühlen und für alle, die ihre Geduld und Hoffnung verlieren.

A: Wir bitten dich, erhöre uns.

• Guter Gott, wir beten für die einsamen Menschen, die nur wenig vertraute, liebevolle Stimmen hören können. 

A: Wir bitten dich, erhöre uns.

•Guter Gott, wir beten für die Menschen, die auf der Suche nach Sinn, auf der Suche nach dir sind und für unsere Verstorbenen die Heimat bei dir gefunden haben.

A: Wir bitten dich, erhöre uns.

 

V: Dir, o Gott, vertrauen wir alles an, was uns belastet und bedrängt. Besonders bitten wir dich für die Menschen, die stark gefordert sind und unter großem Druck stehen. Öffne uns immer wieder die Tür zum Leben.

Amen.

 

 

Glaubensbekenntnis–was uns verbindet:

V: Wenn ich  meinen Glauben  bekenne, ausspreche  was  mich  trägt  und  hält,  dann verbinde ich mich ganz bewusst mit allen, die so glauben wie ich. Das verbindet uns Christen, über die Straßen, durch unser Land, auf der ganzen Erde.

A:Ich glaube an Gott,…

 

Lobpreis:

 

V: Aus dem Bekenntnis woran ich glauben kann, erwächst der Lobpreis. Der auferstandene Herr Jesus Christus ist unter uns gegenwärtig. Wir dürfen Gott loben und fröhlich einstimmen:

A: Auferstanden ist der Herr, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

V:Wir danken dir: Du hast deinen Sohn Jesus Christus von den Toten erweckt. Er ist der gute Hirt. Er ruft uns beim Namen, weil ihm an uns liegt.

A: Auferstanden ist der Herr, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

V: Wir danken dir: Dein Sohn geht uns voran. Er hat uns ein Beispiel gegeben, damit wir seinen Spuren folgen und für die Gerechtigkeit leben.

A: Auferstanden ist der Herr, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

V:Wir danken dir: Dein Sohn ist gekommen, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben.

A: Auferstanden ist der Herr, Halleluja, Halleluja, Halleluja

 

V: Dir, Gott im Himmel, sei Preis und Dank und Ehre. Im Heiligen Geist mit vielen Gläubigen vereint, singen wir dir, durch Jesus Christus, unser Loblied:

 

Lied: Gott in der Höh sei Preis und Ehr (GL 172)

Lesung aus dem ersten Petrusbrief: 1 Petr 2,20b-25

Wenn ihr recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes. Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war keine Falschheit. Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht; als er litt, drohte er nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter. Er hat unsere Sündenmit seinem eigenen Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot sind für die Sünden und leben für die Gerechtigkeit. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber habt ihr euch hingewandt zum Hirten und Hüter eurer Seelen.

Antwortpsalm: Ps 23,1-3.4-5.6

V / A: Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen.

V: Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. /

Er lässt mich lagern auf grünen Auen *

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Meine Lebenskraft bringt er zurück. /

Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, *

getreu seinem Namen. –A: Der Herr ist mein Hirt…

V: Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, *

ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, *

dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. –A: Der Herr ist…

V: Du deckst mir den Tisch *

vor den Augen meiner Feinde.

Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, *

übervoll ist mein Becher. –A: Der Herr ist…

V: Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang /

und heimkehren werde ich ins Haus des Herrn *

für lange Zeiten. –A: Der Herr ist…

 

Halleluja: GL 175,6 (oder ein anderes, bekanntes Halleluja)

 

Evangelium nach Johannes: Joh 10,1-10

In jener Zeit sprach Jesus:

Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen:

Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein-und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

 

 

 

 

Gedanken zum Evangelium:

Im Evangelium heute ist vieles in Bewegung – durch die Tür hineingehen, einsteigen, …führt sie hinaus…, geht er voraus, folgen. Ein paar Beispiele der Bewegungsworte, die sich im Text finden lassen. Das Evangelium fordert uns heraus, Mut zu haben, uns in Bewegung zu setzen und uns auf das Wagnis mit Jesus einzulassen. „Ich bin die Tür“, sagt Jesus. Durch eine Tür gelangen wir nur, wenn wir es wollen und uns aufmachen. Jesus bietet uns einiges an, dass wir uns trauen uns auf ihn einzulassen: das Leben in Fülle! Wenn wir uns genauer an den griechischen Urtext halten, heißt es: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und damit sie Fülle haben.“ Leben und Fülle! Gerade auf das pralle Leben, das Leben in Hülle und Fülle müssen wir wegen der Coronakrise verzichten. Viele Hoffnungsbilder und Sehnsüchte werden in uns wach, wenn wir an ein erfülltes Leben denken. Aber bietet dieser Verzicht, diese Leere uns nicht auch eine Chance Neues zu wagen, durch eine neue Tür auf mich, mein Leben, meinen Mitmenschen und der Welt zu schauen? Vielleicht ist es gerade der Perspektivwechsel hin z u Jesus als unseren Hirten, dem Hüter unserer Seele, zu dem das Evangelium uns heute einlädt: Sei ein Schaf (bildlich!), vertraue Jesus und folge ihm! Durch Jesus, verändert sich dein Leben; durch Jesus, nimmst du das Leben mit den Augen der Liebe an; bei Jesus haben deine Sehnsucht, deine Gefühle und Verletzungen einen Platz. Die veränderte Blickrichtung kann uns zur Kraftquelle werden, kann uns zu Gelassenheit und zur inneren Freiheit führen. Es ist ein Weg der Freiheit, des Lebens und der Fülle, auf dessen Spur Jesus uns führt. Vertrauen wir Jesus und lassen wir uns von IHM bewegen.

 

 

Vater unser

 

Schlussgebet:

Wir danken dir, Herr und Gott, für die Verbindung über das Gebet mit anderen betenden Menschen auf der ganzen Erde. Diese Verbindung hilft uns, lebendig zu erhalten, was wir allein so leicht vergessen und verlieren würde: Dein Sohn Jesus Christus ist bei mir. Du hast uns deinen Sohn gesandt als guten Hirten. Er zeigt uns Wege zu Leben und zum Lieben. In seinem Geist wollen wir leben, hoffen und vertrauen. So bitten wir dich durch Christus, den auferstandenen Herrn. Amen.

Segen:

 

A: Gott, du bist ein Freund des Lebens und willst, dass wir das Leben in Fülle haben.

Mach uns zu Zeugen deiner Botschaft:

dass wir Vertrauen säen, wo Ängste sind;

dass wir Mut machen, wo Verzagtheit ist;

dass wir Kraft schenken, wo Schwachheit lähmt.

Lass uns Diener der Hoffnung und Freunde des Lebens sein.

Amen.

 

Lied: Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (GL 453)

 

 

 

 

 

 

3. Sonntag der Osterzeit

 

im Pfarrverband Neubeuern – Nußdorf

 

Die Liebe Gottes schafft Ewigkeit für den sterblichen Menschen; sie lässt ihn nicht im Grab. Darum kann der Grundton im Leben des Christen die Freude sein.

Vieles bleibt auch jetzt noch schwer und dunkel.

Aber Jesus lebt, und er liebt uns.

 

 

Lied: Nun singt ein neues Lied dem Herren (GL 551)

Eröffnung: Im Namen des Vaters …A: Amen.

V:Jesus Christus ist unter uns und schenkt uns seinen Frieden. A:Amen                                                                                                                   

Gebet zum Eingang:

Der du die Schlüssel zum Leben hast, entriegele unser Herz,

dass wir die Osterbotschaft aufnehmen

und ihr vertrauen.

Sperr alle trüben Gedanken aus,

alles, was uns ängstigt

und verzweifeln lässt.

Öffne uns für die Freude

An deinem Sieg

Über Tod und Teufel

Und mach uns gewiss,

dass sich auch auf der Erde

die Pforten der Hölle schließen werden.

Du Lebendiger,

nimm uns mit

in eine Zukunft

ohne Gewalt,

ohne Angst

und Tränen.

Erbarme dich unser!

(Sylvia Bukowski)

In all unser Leid, in die Erfahrung unserer Zerbrechlichkeit und der Endlichkeit unseres Lebens kommt die Osterbotschaft: Jesus hat den Tod besiegt, er lebt! Der Tod hat nicht das letzte Wort. Etwas radikal Neues passiert. Etwas, das all unseren Erfahrungen widerspricht. Wir werden im Evangelium davon hören. Sammeln wir uns in einem Augenblick der Stille.

V:/ A: Herr, erbarme dich.

V:/ A: Christus, erbarme dich.

V:/ A: Herr, erbarme dich.

V: Jesus, du bist bei uns Menschen lange bevor wir es wissen. So war  es damals,  als  die Jünger  am  See  von  Tiberias  ihre  Netze auswarfen. An einem Kohlenfeuer, auf dem Brot und Fisch lagen, hast du auf sie gewartet. Heute wartest du hier auf uns. Wir sind da. Segne uns und unsere Gemeinschaft mit Dir und erfülle uns mit deinem Wort. A: Amen.

Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 2, 14. 22b - 33)

Am Pfingsttag trat Petrus auf,  zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Jesus, den Nazoräer, einen Mann, den Gott vor euch beglaubigt hat durch Machttaten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt;  denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde. David nämlich sagt über ihn: Ich hatte den Herrn beständig vor Augen.  Denn er steht mir zur Rechten, dass ich nicht wanke. Darum freute sich mein Herz und frohlockte meine Zunge  und auch mein Leib wird in Hoffnung wohnen; denn du gibst meine Seele nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen. Du hast mir die Wege zum Leben gezeigt, du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht.

Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben  und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm einen Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen, sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gab ihn nicht der Unterwelt preis und sein Leib schaute die Verwesung nicht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen. Zur Rechten Gottes erhöht,

hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen und ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.

 

Halleluja: GL 175,6 (oder ein anderes, bekanntes Halleluja)

 

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes  (Joh 21, 1-14)

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.
Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr!
Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen.

Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.
Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.
Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte,
seit er von den Toten auferstanden war.

Gedanken zum Evangelium:

Beim Nachdenken über diese Bibelstelle kamen mir vielfältige Gedanken – ich bin an den vielen einfachen Zeichen hängengeblieben, die dieses Evangelium enthält, ganz alltäglichen Dingen, mit denen jeder etwas anfangen kann. Und zuerst bin ich gar nicht bei Ostern gelandet, sondern – beim Weihnachtsfest. Und zwar dadurch, dass Jesus den Jüngern Brot reicht.

Begonnen hat die sichtbare Geschichte Jesu, der Überlieferung nach, mit seiner Geburt in Bethlehem – Bethlehem heißt übersetzt: Haus des Brotes. Und ein Stück Brot ist so alltäglich und doch so kostbar, dass es Leben retten kann.

Beim letzten Abendmahl hat Jesus dieses Brot erneut zum Zeichen gemacht: Zum lebendigen Zeichen für sich selbst, für alles, was er IST. Durch ihn gewinnen wir viel mehr, als „nur“ das irdische Leben: er hat uns auch den Himmel und die Ewigkeit erschlossen. Und damit sind wir wieder in der Osterzeit angelangt.

Neben dem Brot reicht Jesus den Jüngern auch Fisch. Mit fünf Broten und zwei Fischen hat er einmal viele Menschen satt gemacht – zur Überraschung der Jünger, die die hungrigen Leute wegschicken wollten. Es gibt bestimmt auch für uns viele Möglichkeiten, segensreich zu wirken, in Situationen, bei denen wir uns das zuerst gar nicht vorstellen können. Wir müssen sie nur entdecken – und uns und dem Himmel etwas zutrauen! In dem griechischen Wort FISCH steckt außerdem ein ganzes Glaubensbekenntnis:

Das griechische ICHTYS - Iesous Christos Theou Hyios Soter– verdeutlicht auf Deutsch: Jesus Christus, Sohn Gottes, Retter.

Fische waren den Jüngern vertraut – und als Berufsfischer wussten sie natürlich auch, dass man normalerweise nachts am besten fischen kann. Trotzdem werfen sie das Netz auf Jesu Anweisung hin tagsüber aus – sie vertrauen auf ihn, da sie spüren, dass etwas Besonderes um ihn ist. Die Nacht auf dem See Tiberias ist mehr, als nur die Zeit zwischen zwei Tagen – in den Jüngern ist selbst Nacht, nach dem Geschehen des Karfreitags. In dieser Nacht fingen sie nicht, heißt es im Evangelium. Das Gewohnte, Vertraute, versagt diesmal. Auch wir kennen die Zeiten, in denen uns etwas einfach nicht gelingen will. Doch nun kommt etwas Neues: Es bricht der Morgen an – Jesus ist da. Sie erkennen ihn. Und indem sie seiner Weisung folgen, etwas ganz anders machen, als gewohnt, bekommen sie mehr geschenkt, als sie sich vorstellen können. 153 große Fische! 153 ist die Zahl aller Fischarten, die zur damaligen Zeit bekannt waren, also eine unvorstellbare Fülle, die auch für die Fülle der gesamten Menschheit steht.

Jesus erwartet von den Jüngern keine außerordentlichen Taten – er will nur, dass sie das mitbringen, was ihnen zur Verfügung steht: Den Fisch, den sie gerade gefangen haben. Im ganz Alltäglichen liegt so viel Gutes verborgen, das wir entdecken und nutzen dürfen – auch wir selbst sind in unserem Leben reich beschenkt und dürfen weiterschenken oder mit anderen teilen. Gerade jetzt, wo wir unsere gewohnten Gemeinschaften nicht immer leben können, gibt es doch viele Wege, um miteinander verbunden zu bleiben. Zum einen, durch diesen Gottesdienst, denn wir zwar nicht zusammen, aber doch gemeinsam feiern. Durch Gebete, die wir füreinander „zum Himmel schicken“ können. Vielleicht durch Spenden, mit denen wir Not lindern, auch wenn wir gerade nicht tatkräftig zupacken können. Durch Anrufe bei Menschen, die einsam sind. Und einfach dadurch, dass wir das wahrnehmen, was um uns ist und was wir haben – das Aufbrechen der Natur überall, Sonnenschein und Wind auf der Haut, Heimat, Zufriedenheit, Musik … es gibt so Vieles, wofür wir dankbar sein können.

In einem Lied heißt es: „Es gibt so viel, wofür ich danken kann, mit Händen lässt sich manches greifen, doch and´re Wunder streifen mich nur heimlich, dann und wann.“

Werden wir offen für die Wunder in unserem Leben – für die sichtbaren und die Unsichtbaren. Und lassen wir das Wunder der Auferstehung auch in und durch uns wirken. Amen.

 

Glaubensbekenntnis:

V: Wenn ich meinen Glauben bekenne, ausspreche was mich trägt und  hält, dann verbinde ich  mich ganz  bewusst  mit  allen, die glauben. Das verbindet uns als Gemeinde Jesu Christi, über die Straßen, durch unser Land, auf der ganzen Erde.

A: Ich glaube an Gott, …

 

Lied: Ich lobe meinen Gott (GL 400)

 

Lobpreis und Bitte: (Antwort beten -  oder singen GL 333)

 V: Aus dem Bekenntnis woran ich glauben kann, erwächst der Lobpreis. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt. So erschien er den Jüngern. Am See von es bereits das dritte Mal. Dafür loben wir Gott mit dem österlichen Ruf: Christus ist erstanden. Halleluja. Er hat den Tod bezwungen. Halleluja.

A: Christus ist erstanden. Halleluja. Er hat den Tod bezwungen. Halleluja.

L: Wir danken dir für die Gemeinschaft der Menschen, die sich als Hauskirchen auf der ganzen Welt um den Auferstandenen sammeln.

A: Christus ist erstanden. Halleluja. Er hat den Tod bezwungen. Halleluja.

L: Wir danken dir für die Fülle neuer Erfahrungen in den letzten Wochen.

A: Christus ist erstanden. Halleluja. Er hat den Tod bezwungen. Halleluja.

L: Wir danken dir für das Brot, die Nahrung und die Worte, die du uns schenkst.

A: Christus ist erstanden. Halleluja. Er hat den Tod bezwungen. Halleluja.

V: Gepriesen bist du, Gott, durch Jesus Christus im Heiligen Geist, an diesem Tag und allezeit und in Ewigkeit. A: Amen.

 

Fürbitten:

V:Herr Jesus Christus, du hast gesagt, wer mich kennt, kennt den Vater. So bringen wir unser Beten und unsere Bitten zu dir.

V: Wir bitten dich: Schenke den Suchenden den Weg, fang die Verzweifelten auf und schenke den Streitenden Versöhnung. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Ermutige die Gescheiterten, schenke den Einsamen Gemeinschaft und lass uns an der Seite der Unterdrückten stehen. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Öffne die Augen all derer, die nur noch Nacht um sich sehen und lass sie den neuen Morgen erahnen. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Tröste die Trauernden, steh den Sterbenden bei und nimm unsere Verstorbenen auf in deine Herrlichkeit. A: Wir bitten dich, erhöre uns.

V: Guter Gott, nimm unsere Bitten an, aber auch unseren Dank für deinen Beistand in unserem Leben. A: Amen.

 

Vaterunser

 

Friedensgruß:

"Der Friede sei mit euch" - das war und ist der Gruß des Auferstandenen
ein Versprechen und ein Auftrag.

Geben wir den Frieden Christi weiter -
von Mensch zu Mensch, von Land zu Land, für die ganze Welt.

 

Lied: Durch das Dunkel hindurch (GL 798)

 

 

Schlussgebet:

Ewiger Gott, du hast uns durch die Ostergeheimnisse erneuert.

Wende dich uns voll Güte zu

und bleibe bei uns mit deiner Huld,

bis wir mit verklärtem Leib

zum unvergänglichen Leben auferstehen.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

 

Segen:

V: Herr, wir bitten um deinen Segen – für den Tag und für die Woche.

Mache unsere Herzen zu Wohnstätten des Friedens und unsere Gedanken zu einem Hafen der Ruhe.

Säe in unsere Seelen Liebe zu dir und zueinander und pflanze in unserer Mitte Freundschaft und Einigkeit, Eintracht und Achtung voreinander.

Dazu segne uns der barmherzige Gott, er, der in seiner Weisheit über aller menschlichen Macht steht, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

V: Bleiben wir in seinem Frieden! A: Amen

Lied: Freu dich, erlöste Christenheit (GL 337)

 

 

 

 

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht Ihnen,

Ihr Seelsorgeteam

 

 

 

 

 

 

 

 

Andacht zur Fastenzeit

Mittwoch, 1. 4. 2020

 

Liebe Gemeinde, 

wir laden Sie ein, einige Stationen des Kreuzweges zu beten.  

Jesus ist bei uns und auch bei den Menschen, die in dieser Zeit große oder kleine Kreuze zu tragen haben. Beten wir für  die Kreuzträger, aber auch für die, die ihnen helfen. Beten wir  auf die Fürsprache der Mutter Gottes von Neubeuern und Kirchwald, der Patronin Bayerns, der Mutter der Kirche und aller Menschen. Gottes reicher Segen begleite und beschütz Sie, 

Ihr Seelsorgeteam.

 

Verurteilen     1.Station Jesus wird zum Tode verurteilt     

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich . 

A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.

 Die Hohenpriester und Schriftgelehrten drängen Pilatus, Jesus zum Tode zu verurteilen.  Pilatus gibt dem Drängen nach. Er spricht ein ungerechtes Urteil. Er verurteilt Jesus zum Tode.  Auch wir urteilen oft über andere Menschen. Manchmal werden auch wir verurteilt. Das Urteil zerstört Freude und Glück.

V. Herr Jesus Christus, du bist ungerecht verurteilt worden. Hilf uns, nicht falsch über andere zu sprechen und zu urteilen.           A. Wir bitten dich erhöre uns    

V. Wir bitten für alle, die ungerecht beurteilt werden. Lass sie Menschen finden, die ihnen Recht verschaffen. A. Wir bitten…

Sein Kreuz tragen  2.Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus … 

Jesus bleibt das Kreuz nicht erspart.  Er nimmt es und trägt es selbst zu dem  Ort, wo er gekreuzigt wird. Er tut es freiwillig. Mit seinem Kreuz geht er voraus.   Es gibt viele Kreuze in unserem Leben, die uns auferlegt werden: Krankheit, Leid, Sorgen .

V: Ein Rentnerehepaar bittet: Bewahre uns Herr vor dem Coronavirus, wir würden gerne noch ein paar Jahre leben, beschütze unsere Kinder und Enkelkinder. A. Wir bitten…

Mitleiden    4.Station: Jesus begegnet seiner Mutter   

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus …                          

Die Mutter leidet unter den Schmerzen ihres Sohnes. Die Leute stehen an der Straße und gaffen. Maria drängt  sich durch die Menge, bis sie den Sohn in die Arme schließen kann. In diesem Leid will sie ihm ganz nahe sein.     Wir leben in einer Familie. Wir spüren, dass wir zusammengehören. Eltern leiden unter dem Leid der Kinder; die Kinder leiden unter dem Leid der Eltern.                                                      

V. Herr Jesus Christus, die Nähe deiner Mutter hat dir Kraft gegeben, das Kreuz zu tragen. Hilf uns, dass wir, Kinder und Eltern stets füreinander da sind. A. Wir bitten …   

V. Herr Jesus Christus, du bist besonders denen Nahe, die ein schweres Kreuz tragen, schenke allen Eltern Trost und Zuversicht, die Ihr Kind schon vor der Geburt oder durch Unfall oder Krankheit verloren haben. A. Wir bitten…

Mittragen   5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus …

Jesus hat keine Kraft mehr. Simon hilft ihm und nimmt ihm für eine Zeit die Last ab.  Schon oft fanden sich Menschen in unserem Leben, die uns geholfen haben: Verwandte, Freunde, die uns in der Not nicht im Stich ließen; Nachbarn mit denen wir unsere Schwierigkeiten besprechen konnten. 

V. Herr Jesus Christus, Simon von Cyrene half dir das Kreuz tragen. Lass auch uns erkennen, wer unsere Hilfe braucht.  

A. Wir bitten dich, erhöre uns.   

V. Herr Jesus Christus, wir bitten für alle, die keine Kraft mehr haben, denen das Kreuz zu schwer wird. Gib ihnen Menschen, die tragen helfen. A. Wir bitten dich, erhöre uns.

Gebet (von Pater Alfons Friedrich SDB):  

Guter Gott, ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen mir durch den Kopf. Wie geht es weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und auf der ganzen Welt ? Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir. Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen. Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz , der all die Ängste und Nöte von uns Menschen durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören. Bist du der gute Gott , der auch jetzt zu mir steht? Ich will vertrauen, dass du treu bleibst in deiner Kraft, der Nähe. Ich will glauben, dass du mir nah bist in deiner Liebe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit. Guter Gott gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und der Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt. Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet ! Lass uns in diesem Glauben, die nächsten Schritte wagen. Amen.   

 

 

 

 

5. Fastensonntag am 29.03.2020

Pfarrverband Neubeuern-Nußdorf

 

Für einen Augenblick lang

in einer Kirche stehen

Für einen Augenblick lang

eins sein

Mit dem Boden,

mit den Mauern,

mit den Fenstern,

mit Himmel und Erde,

mit gestern und heute,

mit Leib und Seele,

mit mir und anderen

mit Freunden und Feinden,

mit Gott in mir,

mit Gott außer mir.

Für einen Augenblick lang

Nichts als sein.

Ewig sein.

Mensch sein.

 

(Martin Gutl)

Aus dem Evangelium nach Johannes  (11,1-45)

In jener Zeit 1 war ein Mann krank, Lázarus aus Betánien, dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta. 2 Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte; deren Bruder Lázarus war krank. 3 Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank. 4 Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. 5 Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lázarus. 6 Als er hörte, dass Lázarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. 7 Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. 8 Die Jünger sagten zu ihm: Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen und du gehst wieder dorthin? 9 Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; 10 wenn aber jemand in der Nachtumhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. 11 So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lázarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. 12 Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. 13 Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. 14 Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lázarus ist gestorben. 15 Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. 16 Da sagte Thomas, genannt Dídymus–Zwilling, – zu den anderen Jüngern: Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben! 17 Als Jesus ankam, fand er Lázarus schon vier Tage im Grab liegen. 18 Betánien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. 19 Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. 20 Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. 21 Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. 22 Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.  23 Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24 Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. 25 Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, 26 und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? 27 Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. 28 Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. 29 Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. 30 Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. 31 Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. 32 Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. 33 Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. 34 Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! 35 Da weinte Jesus. 36 Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! 37 Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? 38 Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. 39 Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. 40 Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? 41 Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42 Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. 43 Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lázarus, komm heraus! 44 Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen! 45 Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

 

Gedanken zum Evangelium:

Wie sehr würden wir uns gerade jetzt so ein Wunder wünschen – Jesus kommt und auf einen Schlag sind wir all unsere Sorgen los, die Kranken werden gesund, Tote stehen aus dem Grab auf und leben wieder.

Aber: Was meint Jesus mit Sterben und tot sein? Was heißt Auferstehung? Warum spricht Jesus von seiner eigenen Auferstehung, wo er doch noch lebt und niemand weiß, was geschehen wird, auch wenn sich die Eskalation um Jesu Leben und Wirken schon andeutet?

Wir selbst stehen mitten im Leben. Und ich glaube nicht, dass Jesus uns in diesem Text anbietet, uns auf Erden ewig leben zu lassen. Das wäre auch nicht unbedingt wünschenswert. Vielmehr will er für uns, dass wir wirklich LEBEN können. Dass wir frei sind in unseren Entscheidungen und vor allem frei, das Leben wirklich auszuschöpfen, in dem Sinn, dass es für uns und die Menschen, mit denen wir zu tun haben, lebenswert und frohmachend ist. Er will uns befreien von Angst, er will, dass wir Vertrauen haben können in die Zukunft, aber vor allem auch in die Gegenwart.

Jesus sagt: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Fühlen wir uns erfüllt in unserem Alltag? Oder hetzen wir immer irgendwelchen Terminen und Dingen hinterher, ohne im Innersten satt zu werden? Gerade in dieser Zeit ist, neben all der Sorge und Angst um die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen, trotz allem immer wieder zu hören, wie viele Menschen es genießen, dass das Leben etwas ruhiger abläuft – und wie sie dadurch wieder auf das Wesentliche gestoßen werden, das ihr Leben erfüllt.

Auffallend in diesem Evangelium ist, dass Jesus Gefühle zeigt – er steht nicht unberührt über den Dingen. Er ist erregt und erschüttert, er weint über den Tod seines Freunden und über das Leid von Maria und Martha.

Ihm sind die Beziehungen zu den Menschen wichtig. Und durch diese Wunder, das an Lazarus geschieht, zeigt Jesus ganz deutlich auf, was das Reich Gottes auch in unserem Leben sichtbar und spürbar macht – die Nähe zu Gott und zu unseren Mitmenschen. Der Evangelist Johannes spricht nicht von Wundern, die Jesus tut, sondern von Zeichen.

Am vergangenen Mittwoch haben wir das Fest Verkündigung des Herrn gefeiert – für unseren Pfarrverband durch die Kirchen in Neubeuern und Kirchwald ein wichtiges Fest - auch da wird ganz klar gesagt: Bei Gott ist NICHTS unmöglich – auch Dinge, die wir uns gar nicht vorstellen können – sogar, dass er jemanden von den Toten auferweckt. Aber neben diesen großen Geschehnissen gibt es ganz viele kleine Wunder in unserem Leben, die wir nicht übersehen sollen – Zeichen Gottes, die er uns täglich schenkt – und vor allem, seine Nähe. Seine Zusage: ICH BIN DA,  ganz gleich wie schwer und aussichtslos unsere Situation sein mag. Das wir das glauben und erleben dürfen, jeden Tag aus Neue – und dass wir dazu JA sagen können, wie Maria - das wünschen wir uns allen.

Segensgebet

 

Du, Gott unseres Lebens,

wir danken Dir für unseren Weg,

Wir danken Dir, dass Dein Geist 

uns stets Atem und Zuversicht geschenkt hat,

mutig unseren Weg weiterzugehen.

Wir danken Dir auch für Deine Hilfe, die uns 

alle Hindernisse überwinden lässt.

Wenn wir nun weitergehen und unsere 

Hoffnung auf Dich setzen, sei Du bei uns.

Segne unsere Schritte,

segne unseren Tag.

Amen.



Liebe Pfarrgemeinde,

was wir befürchtet haben, ist nun eingetreten – vorerst bis zum 19. April, also auch in der Heiligen Woche wird es noch keine öffentlichen Gottesdienste geben. Die Kirchen sind aber weiterhin tagsüber geöffnet und wir nehmen Ihre Fürbitten und Gebete, die in den ausliegenden Anliegenbüchern eingeschrieben sind, in unsere Andacht auf, die wir jeden Mittwoch im nichtöffentlichen Rahmen feiern – im Gebet sind wir immer verbunden.

Für die Karwoche und Ostern legen wir wie für den Sonntag Gebetshefte in der Kirche auf.

Auf unserer Homepage  sind weitere Angebote zum Gebet und zur Mitfeiern von Messen über Radio und Fernsehen / Internet, aufgeführt.

Jeweils am Dienstag und Freitag verschicken wir kleine Impulse aus dem Pfarrhof, zum Beten und Nachdenken für den Tag, wer sie gerne erhalten möchte, kann sich melden unter: gundula_langer@t-online.de

Wir Seelsorger sind auch weiterhin für Sie da:

Pfarrer Christoph Rudolph: 0170 7614 014 

                 08035 – 98492 – 00 (Büro)

Maria Steindlmüller, Gemeindereferentin

 0152 58 58 33 50 

 08035 – 98492 - 01 (Büro)

Gundula Langer, Gemeindereferentin 

 0151 22 91 35 60 

 08035 – 98492 - 02 (Büro) 

 

Gott  behüte und schütze uns alle! Ihr Seelsorgsteam 

 

        

MISEREOR-Kollekte am 28./29. März 2020

In diesen Tagen besinnen sich viele Menschen in unserer Gemeinde auf den Wert des Zusammenhaltens und der Solidarität. Die Folgen des Corona-Virus treffen auch die MISEREOR-Fastenaktion, da die Kollekte eine existenzielle Säule der MISEREOR-Projekt-Arbeit ist. Durch die Absage aller Gottesdienste , entfällt somit auch diese wichtige Sammelaktion. Dennoch geht die Arbeit in den Hilfsprojekten weiter. 

Menschen im Nahen Osten, in Venezuela, im Kongo und anderen Ländern sind auf unsere Solidarität angewiesen. Zu den übergroßen Nöten und Leiden wie Krieg, Vertreibung und Flucht kommt nun die Sorge um die eigene Gesundheit in Zeiten der Pandemie hinzu. 

Daher wenden wir uns heute mit folgender Bitte an Sie: Bitte spenden Sie Ihre Kollekte direkt an MISEREOR.

Das geht per: •     www.misereor.de/fasten-spende  oder:

Spendenkonto: 

MISEREOR 

Pax-Bank Aachen ,

IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10 BIC: GENODED1PAX

Sie können Ihre Spende auch in einem Briefumschlag im Pfarrbüro abgeben. 

Ich danke Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen für die kommende Zeit viel Kraft, Zusammenhalt und Gesundheit. Mögen Sie die kommenden Monate unversehrt überstehen.

 

Kommende Termine