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Impulse und Gebete für die 

Heilige Woche 2020 

 

Pfarrverband Neubeuern – Nußdorf 

Liebe Pfarrgemeinde, 

wie bereits bekannt, können dieses Jahr in der Heiligen Woche leider keine Gottesdienste gefeiert werden. Im folgenden Gebetsheft wollen wir bestimmte Zeichen der Kar- und Ostertage herausgreifen sowie Gebete und Impulse zur Hand geben, sodass Sie zuhause die Heilige Woche feiern können. Auch laden wir zum Mitsingen ein- haben Sie Mut! Unsere Anregungen sind alternativ ein Angebot und frei wählbar zu den Materialien der Erzdiözese München- Freising: www.erzbistum- muenchen.de/coronakrise 

UNSICHERHEIT IN MEINEM LEBEN AUSHALTEN. DUNKLE STUNDEN ERTRAGEN. DER ANGST WIDERSTEHEN. DAS DURCHKREUZEN MEINER PLÄNE ZULASSEN. DAS „NOCH- NICHTERTRAGEN. ER GEHT MIT MIR MEINE KREUZWEGE. NACH JEDEM KARFREITAG KOMMT OSTERN, DER TOD IST NICHT DAS ENDE. GOTTES „JAGILT. HEUTE UND IMMER

Wir wünschen Ihnen gesegnete Ostertage und Gottes Segen! Gott beschütze uns alle! Im Gebet verbunden, Pfr. Christoph Rudolph, Gundula Langer und Maria Steindlmüller 

PALMSONNTAG 

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Wir erinnern uns an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem vor seiner Kreuzigung. Die Bevölkerung feierte ihn als Messias – den lang erwarteten Retter

Hinweis: Gesegnete Palmbuschen liegen in der Kirche St. Vitus in Nußdorf aus und können dort am Sonntag geholt werden. Ansonsten können die Zweige auch zu Hause gesegnet werden. Den Segen Gottes erbitten können wir als getaufte Christen immer. 

Vorbereitung: ein geeigneter Gebetsplatz, eine Kerze, ein Kreuz, Palmzweige, wenn vorhanden Weihwasser, ein Bild vom Einzug Jesu in Jerusalem. 

Liedvorschläge aus dem Gotteslob: Singt dem König Freudenpsalmen (280), Christus, Sieger (560,1), O Haupt voll Blut (289), O du hochheilig Kreuze (294) 

Kreuzzeichen und Eröffnung Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Hosanna, dem Sohne Davids! Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn, der König von Israel. Hosanna in der Höhe! 

Segnung der Palmzweige Die Zweige liegen auf dem Tisch. Jeder Mitfeiernder hält einen Zweig in der Hand. Die grünen Zweige sind ein Zeichen des Lebens. Wir wissen dieses Zeichen des Lebens in diesem Jahr noch mehr zu schätzen als sonst. Gemeinsam bitten wir Gott, diese Zweige zu segnen. Guter Gott, mit Palmzweigen geleitet kommt Jesus nach Jerusalem. Diese Zweige seien uns ein Zeichen, dass er auch zu uns kommt und Hilfe bringt. Darum bitten wir: Gott, segne diese Zweige. Schütze uns und alle, die uns anvertraut sind. Amen. Die Zweige werden mit einem Kreuz (wenn vorhanden mit Weihwasser) gezeichnet. 

Evangelium - Mt 21,1-11 

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. 

Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa. 

Meditation 

Jesus Christus mit dir will ich aufstehen 

gegen Not und Tod gegen Folter und Leiden gegen Armut und Elend gegen Hass und Terror gegen Zweifel und Resignation gegen Unterdrückung und Zwang 

Mit dir will ich aufstehen gegen alles, was das Leben behindert. Mit dir will ich einstehen für alles, was das Leben fördert 

Es genügt nicht Hosanna, Hosanna zu rufen darum sei du meine Kraft dass ich aufstehe mit dir (Helene Renner) 

Fürbitten 

1) Guter Gott, wir bitten dich um Mut zum Helfen. Dass wir nicht vorbeischauen an Menschen, die es schwer haben. Dass wir Hilfe anbieten wo es geht und so das Kreuz des anderen leichter machen. Wir bitten dich erhöre uns. 

2) Guter Gott, wir bitten dich um Kraft für Menschen, die trauern. Dass der Platz tief in ihrem Herzen nicht leer bleibt, sondern dass du ihnen zu spüren gibst: ich bin an deiner Seite. Wir bitten dich erhöre uns. 

3) Guter Gott, wir bitten dich um Vertrauen. Dass es uns gelingt trotz der vielen Dunkelheit in unserer Gesellschaft das Licht für den Glauben an dich hochzuhalten. Wir bitten dich erhöre uns. 

4) Guter Gott. Wir bitten dich um Gemeinschaft. Dass wir nicht auseinanderbrechen trotz der Coronakrise. Sondern dass wir eine Gemeinschaft von Menschen werden, die einander auf- und weiterhelfen kann. Wir bitten dich erhöre uns. 

Schlussgebet 

Gott des Lebens. Wir haben gefeiert, dass Jesus in Jerusalem als König eingezogen ist. Er ist unser König - viel stärker als der Tod. Wir bitten dich, lass uns ihn loben und preisen durch unser Leben. Heute und alle Tage unseres Lebens und darüber hinaus. 

Amen. 

GRÜNDONNERSTAG 

Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern steht im Zentrum des Tages. Außerdem wird von der Fußwaschung, dem Gang auf den Ölberg und dem nächtlichen Gebet Jesu sowie seiner nächtlichen Gefangennahme berichtet. 

Vorschlag: Gemeinsames Essen in Anlehnung an das letzte Abendmahl am Ende der Gottesdienstfeier. Dazu einen Tisch festlich decken, mit einem Kreuz, einer Kerze, Blumen, schöne Gläser, Brot, Trauben und Wein/ Traubensaft. 

Liedvorschläge aus dem Gotteslob: Ubi caritas (445), Gloria, Ehre sei Gott (169), Wo zwei oder drei (716), Lobe den Herren (392, 1+3+4), Wer leben will wie Gott (460, 1+4+5), Beim letzten Abendmahle (282), Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (422), Christus Sieger (560 5+6), Bleibet hier und wachet mit mir (286) 

Litanei und Gesang: (Gotteslob Nr. 560, 5+6) Kehrvers: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit. 

V: Lamm für uns geopfert. - A: wir huldigen dir. V: Mann aller Schmerzen... A: wir huldigen dir. 

V: Mittler des Bundes. A: wir huldigen dir. V: Erlöser und Heiland... V: Herr des neuen Lebens. .. Kehrvers 

V: Licht für die Menschen. A: wir huldigen dir. V: Brot ewigen Lebens. A: wir huldigen dir. V: Quelle der Gnade... V: Haupt deiner Kirche... V: Weg zum himmlischen Vater... Kehrvers 

Evangelium - Joh 13,1-15 

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen 

Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. 

Fürbitten 

1) Schenke uns Freude und Mut, dem Beispiel Jesu zu folgen, sodass wir unseren Mitmenschen wohltun. Guter Gott, erhöre uns. 

2) Wir denken an alle, die einsam und traurig sind. Guter Gott, erhöre uns. 

3) Lass uns immer wieder Zeit haben für Menschen, die uns brauchen. Guter Gott, erhöre uns. 

4) Wir bitten um Stärke und Gesundheit für alle, die krank sind. Und um Kraft für alle, die für kranke Menschen da sind, sie medizinisch versorgen oder pflegen. Guter Gott, erhöre uns. 

Gebet zur "Geistlichen Kommunion" für alle, die in diesen Tagen nicht kommunizieren können 

Herr Jesus Christus, du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock. Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist im heiligsten Sakrament der Eucharistie. Ich suche dich. Ich preise dich und bete dich an. Da ich dich nicht empfangen kann im eucharistischen Brot und Wein, bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst, damit ich mit dir vereint sein kann durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist. Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden. Werde für mich das Manna in meiner Wüste, das Brot der Engel für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit, ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl und Trost in der Stunde meines Todes. Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist. Amen. (von Teresa Berger auf praytellblog.com) 

Miteinander wird nun gegessen: das Brot wird bewusst geteilt und verteilt, in den Gläsern wird nacheinander Wein/Traubensaft eingeschenkt. Es kann in das gemeinsame Abendessen übergegangen werden. 

Nun blasen wir bewusst die Kerze aus und legen ein Tuch über das Kreuz. Anschließend singen wir aus dem Gotteslob Nr. 445: „Ubi caritas“ 

Gebet 

Jesus Christus, unser Bruder, unser Freund, unser Begleiter! Am Ölberg hast du Tränen zugelassen, Tränen der Angst, Tränen der Traurigkeit, Tränen der Verzweiflung, Tränen der Einsamkeit. Deine Angst hast du nicht verdrängt, sondern sie zugelassen und überwunden. Du bist nicht davon gelaufen, sondern hast dich den Soldaten gestellt. Bestimmt und unschlagbar. Lass uns nachspüren und deine Kraft erahnen, wie schwer dein Weg ist, den du für uns- für sie, für ihn, für mich- gegangen bist. Lass uns mit dir bleiben und wachen. Amen. 

Segensgebet 

Jesus Christus, unser Bruder, unser Freund, unser Begleiter! Bleibe bei uns, wenn Dunkelheit uns befällt. Bleibe bei uns, sei Du uns nah, sei Du unser Halt, unsere Hoffnung, unser Licht! In dieser Hoffnung segne uns der barmherzige und lebendige Gott. Amen. 

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KARFREITAG 

Am Karfreitag wird des Leidens und des Todes Jesu am Kreuz gedacht. Zuerst die Gefangennahme Jesu, dann das Verhör und die Verurteilung durch Pontius Pilatus, führt Jesu Weg zur Hinrichtungsstätte „Golgota“, zur Kreuzigung und zu seinem Tod um die neunte Stunde. 

Hinweis: In den Kirchen ist das Kreuz zur Verehrung aufgestellt. In den Kirchen kann der Kreuzweg einzeln gebetet werden. 

Vorschlag: Beten Sie Stationen des Kreuzweges am Vormittag und/oder am Nachmittag und schließen Sie eine Kreuzverehrung an. 

Vorbereitung: Kreuz, Kerze, eine Schale mit Blütenblätter 

Liedvorschläge aus dem Gotteslob: O Haupt voll Blut und Wunden (289), Seht das Zeichen, seht das Kreuz (769), Christi Mutter (532), Ubi caritas (445) 

Kreuzweg 

1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

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Die Hohenpriester und Schriftgelehrten drängen Pilatus, Jesus zum Tode zu verurteilen. Pilatus gibt dem Drängen nach. Er spricht ein ungerechtes Urteil. Er verurteilt Jesus zum Tode. Auch wir urteilen oft über andere Menschen. Manchmal werden auch wir verurteilt. Das Urteil zerstört Freude und Glück. 

V. Herr Jesus Christus, du bist ungerecht verurteilt worden. Hilf uns, nicht falsch über andere zu sprechen und zu urteilen. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

V. Wir bitten für alle, die ungerecht beurteilt werden. Lass sie Menschen finden, die ihnen Recht verschaffen. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

Jesus bleibt das Kreuz nicht erspart. Er nimmt es und trägt es selbst zu dem Ort, wo er gekreuzigt wird. Er tut es freiwillig. Mit seinem Kreuz geht er voraus. Es gibt viele Kreuze in unserem Leben, die uns auferlegt werden: Krankheit, Leid, Sorgen. 

V. Herr Jesus Christus, du hast das Kreuz auf dich genommen und freiwillig getragen. Hilf uns, ja zu sagen zu allem, was uns schwer fällt. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

V. Wir bitten für alle, die jedem Kreuz aus dem Wege gehen wollen. Lass uns alle erkennen, dass es kein Leben ohne Kreuz gibt. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

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4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

Die Mutter leidet unter den Schmerzen ihres Sohnes. Die Leute stehen an der Straße und gaffen. Maria drängt sich durch die Menge, bis sie den Sohn in die Arme schließen kann. In diesem Leid will sie ihm ganz nahe sein. Wir leben in einer Familie. Wir spüren, dass wir zusammengehören. Eltern leiden unter dem Leid der Kinder; die Kinder leiden unter dem Leid der Eltern. 

V. Herr Jesus Christus, die Nähe deiner Mutter hat dir Kraft gegeben, das Kreuz zu tragen. Hilf uns, dass wir, Kinder und Eltern stets füreinander da sind. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

V. Herr Jesus Christus, du bist besonders denen Nahe, die ein schweres Kreuz tragen. Schenke allen Eltern Trost und Zuversicht, die Ihr Kind schon vor der Geburt oder durch Unfall oder Krankheit verloren haben. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

5. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

Jesus hat keine Kraft mehr. Simon hilft ihm und nimmt ihm für eine Zeit die Last ab. Schon oft fanden sich Menschen in unserem Leben, die uns geholfen haben: Verwandte, Freunde, die uns in der Not nicht im Stich ließen; Nachbarn mit denen wir unsere Schwierigkeiten besprechen konnten. 

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V. Herr Jesus Christus, Simon von Cyrene half dir das Kreuz tragen. Lass auch uns erkennen, wer unsere Hilfe braucht. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

V. Herr Jesus Christus, wir bitten für alle, die keine Kraft mehr haben, denen das Kreuz zu schwer wird. Gib ihnen Menschen, die tragen helfen. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

Frauen an der Straße sehen Jesus in seinem Leid. Sie weinen. Jesus aber kennt ihr Leid, ihre Sorgen. Er mahnt sie, mehr traurig zu sein über sich selbst als über ihn. Auch wir begegnen Jesus auf dem Kreuzweg. Er sagt auch uns: Seid nicht traurig über mich, seid traurig über euch. 

V. Herr Jesus Christus, trotz deines Leidens siehst du noch die Not anderen. Lass uns offen bleiben für jede Begegnung. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

V. Wir bitten für alle, die nur an sich denken. Öffne ihnen den Blick für fremdes Leid. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

9. Station: Jesus fällt zum 3. Mal unter dem Kreuz 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

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V. Anscheinend verlassen Jesus nun endgültig die Kräfte und er fällt hin. Aber mit allerletzter Kraft steht er noch einmal auf und schleppt sich bis zum Berg Golgota. Bisher haben wir immer wieder aufstehen können. Was werden wir tun, wenn wir einmal ganz am Boden liegen; wenn uns alles hoffnungslos erscheint? 

V. Herr Jesus Christus, deine letzte Kraft hast du gebraucht, um aufzustehen. Gib uns Hoffnung, wenn wir am Boden liegen und meinen, dass es nicht mehr weitergeht. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

V. Wir bitten für alle, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen. Lass uns für sie ein Zeichen der Hoffnung werden. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

12. Station: Jesus stirbt am Kreuz 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

Jesus stirbt. Sein Kreuzweg ist zu Ende. Sein Leben ist das Letzte, was er uns in seiner Liebe schenken kann. Sein Sterben bedeutet nicht Tod, sondern Hingabe für uns. 

Wir möchten nicht gern alles preisgeben. Wir halten das für Gewinn, was wir fest in der Hand behalten. Doch Leben wird geschaffen durch das, was wir geben. 

V. Herr Jesus Christus, du hast dich uns durch dein Sterben geschenkt. Gib uns Kraft, so zu geben wie du. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

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V. Wir bitten für alle, die nur an sich denken, dass sie zur Hingabe bereit werden. A. Wir bitten dich erhöre uns. 

Gebet 

Guter Gott, ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen mir durch den Kopf. Wie geht es weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und auf der ganzen Welt? Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir. Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen. Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören. Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht? Ich will vertrauen, dass du treu bleibst in deiner Kraft, der Nähe. Ich will glauben, dass du mir nah bist in deiner Liebe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit. Guter Gott gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und der Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt. Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben, die nächsten Schritte wagen. Amen. 

(von P. Alfons Friedrich SDB) 

Aus der Passion nach Johannes -Joh 19,16b-30 

Sie übernahmen Jesus. Und er selbst trug das Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte aber Jesus. 

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Pilatus ließ auch eine Tafel anfertigen und oben am Kreuz befestigen; die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Diese Tafel lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Da sagten die Hohepriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies taten die Soldaten. Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. 

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Predigt von André Schilandus (Wortgottesdienstleiter aus Nußdorf) 

Wir würden heute sagen: „Er hat es durchgezogen“. Wir meinen damit, er hat es geschafft. Geschafft. Ja, geschafft kommt von schaffen – und Jesus hat etwas geschaffen. Er hat etwas „neu gemacht“. Er hat alles neu gemacht. Er hat den Samen gesät – in den Menschen. Den Samen für einen neuen Gedanken, eine Idee: Gott vergibt Dir, wenn Du an ihn glaubst und Deine Taten bereust. Aber er wusste, dass er ihnen den ultimativen Beweis für seinen Glauben an die Vergebung schuldig war. Deshalb ging er voraus. 

Er musste es durchziehen. Er ist nicht geflohen, sondern mutig vorangegangen, obwohl er wusste, was ihn erwartet. Obwohl er auch Angst hatte und Gott anflehte ihn zu verschonen. Jedoch, er hat an die Vergebung durch sein Opfer geglaubt, bis in den Tod. Ein Mann voller Schmerzen. Misshandelt und niedergedrückt. Verspottet und verleumdet. Verraten und verkauft. Menschen haben Hand an ihn gelegt. Nägel in ihn hineingeschlagen. Seinen Körper festgemacht. Aber er tut seinen Mund nicht auf. Er klagt nicht. Er nimmt die volle Buße auf sich – für uns, für alle Menschen. 

Denn er weiß. Er muss zuerst sterben, um aufzuerstehen. Er muss von den Hohepriestern verurteilt werden, um den Menschen zu zeigen, welcher der wahre Weg ist. Er muss den Menschen zeigen, dass Gott ihre Sünden vergibt, wenn sie an ihn glauben und bereuen. Er muss alles aushalten, die Verurteilung durch die Hohepriester und das Volk, die Geißelung und Schmähung durch die Soldaten, das Martyrium schwer misshandelt und gedemütigt das Kreuz zu tragen und die Kreuzigung selbst. Er muss 

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durchhalten, zur Unterhaltung des Mobs das Kreuz durch die Straßen zu schleppen. Es müssen viele seinen Tod mitansehen – um danach zu erkennen, welch Unheil geschehen ist, einen Unschuldigen derart zu bestrafen. Um zuerst zu trauern, zu verzweifeln, vielleicht auch enttäuscht fortzugehen, wie beispielsweise die Jünger von Emmaus, damit sie nach seiner Auferstehung hoffen und glauben können. 

Wir sind überwältigt von dem Dank für dieses Opfer. Du nahmst damit hinweg die Sünde der Welt und schenktest uns dafür Deinen Frieden. Dieses wertvolle Geschenk werden wir nicht vergessen. Um es zu ehren, haben wir uns heute hier versammelt. Wir denken daran, wenn uns die Möglichkeit geschenkt wird, zu handeln wie er. In Zeiten, in denen wir ein Stück Unheil aus der Welt nehmen können. Wir denken daran in Zeiten, in denen uns der Mut verlässt. In Zeiten, in denen wir vor den vor uns liegenden Aufgaben verzagen, in denen wir Angst haben zu versagen. Wir trauen heute Deinem Leiden. Wir vertrauen auf die Hoffnung, die damit einhergeht. Wir stehen es gemeinsam mit Dir durch. Amen. 

Kreuzverehrung 

Das Kreuz erzählt von Jesus; es ist ein Zeichen für Jesus. Das Kreuz ist aber auch ein Zeichen für alle Menschen, die an Jesus glauben und ihm vertrauen. Das Kreuz wird mit den Blütenblättern geschmückt. 

V. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich. A. Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. 

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OSTERN 

Ostern ist das höchste Fest der Christen. Durch die Auferstehung Christi, seine Überwindung des Todes, ist allen Christen die Tür zum ewigen Leben geöffnet. Jeden Sonntag feiern wir daher ein kleines Fest der Auferstehung. 

Hinweis: In den Kirchen ist die Osterkerze entzündet. Das Licht der Kerze kann dort mit einer Laterne geholt werden. Sie können aber auch zu Hause ihre Osterkerze segnen. Segnen kann jeder Getaufte und Gefirmte. 

Vorbereitung: große und kleine Kerzen, Speisekorb, kleines Lagerfeuer, falls die Osternacht gefeiert werden möchte, wenn vorhanden Weihwasser 

Liedvorschläge aus dem Gotteslob: O Licht der wunderbaren Nacht (334), Christ ist erstanden (318), Gelobt sei Gott im Höchsten Thron (328), Halleluja, lasst uns singen (772), Das ist der Tag, den Gott gemacht (329), Jesus lebt, mit ihm auch ich! (336), Freu dich, du Himmelskönigin (525) 

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Kreuzzeichen und Eröffnung 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. V:Jesus Christus ist auferstanden. A:Er ist wahrhaft auferstanden. 

Lichtgebet für die Feier der Osternacht 

Bitten Sie alle, ihre Kerze in die Hand zu nehmen. Entzünden Sie die größere Kerze. Gott, du bist das Licht, vor dem alle Finsternis weicht. Die Kraft deines Lichtes nimmt dem Tod seine Macht: Christus ist auferstanden vom Tod. Das Licht der Kerzen, die wir jetzt entzünden, vertreibe das Dunkel, durch das wir in diesen Wochen gegangen sind. (Alle entzünden ihre Kerzen an der größeren Kerze.) 

Gott segne diese Kerzen (zeichnen Sie ein Kreuz über die Kerzen), segne unsere Gemeinschaft und alle, mit denen wir durch das Licht dieser Nacht verbunden sind. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der auferstanden ist und lebt. 

Entzünden der (Oster-)Kerze 

Zu Ostern feiern wir, dass das Leben über den Tod siegt. Mitten in Not und Bedrängnis erreicht uns die Botschaft: Jesus lebt! Das Osterlicht ist Zeichen für dieses neue Leben, das nicht mehr endet. Wir sind hineingenommen in diese Zusage. Daran denken wir, wenn wir nun die (Oster-) Kerze entzünden. 

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Evangelium - Joh 20,1.11-18 

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. 

Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. 

Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. 

Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. 

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Impulsfragen für die persönliche Predigt 

• Was erfüllt mein Herz gerade mit Trauer? 

• Was berührt mich persönlich an dieser Begegnung zwischen Maria von Magdala und dem Auferstandenen? 

• Wann war ich das letzte Mal berührt, als ich bei meinem Namen genannt wurde? 

•Was bedeutet es für mein Leben, dass Jesus lebt? Was gibt mir Hoffnung? 

Predigt von Pfr. Christoph Rudolph 

Liebe Gemeinde, im Osterevangelium haben wir gelesen, dass Maria vor dem Grab von Jesus weinte. Tränen am Grab gibt es auch bei uns, wenn wir einen lieben Angehörigen, guten Freund oder Nachbarn verlieren. Die eine oder andere Träne gibt es auch in diesen Tagen bei den Fernsehberichten über verstorbene Coronapatienten in Krankenhäusern und Altenheimen. In Italien, wo oft nicht einmal die engsten Familienangehörigen an der Beerdigung teilnehmen können, ist es besonders schlimm. Hier sind auch schon einige Ärzte und Krankenschwestern gestorben im Einsatz für die Patienten. Wir sitzen alle in einem Boot und leiden mit, hat Papst Franziskus bei seinem päpstlichen Segen am letzten Freitag gesagt. Sicherlich ist auch unser Leben eingeschränkt und macht mehr Mühe als sonst. Familien mit Kindergarten- und Schulkindern, mit Vätern und Müttern im Homeoffice müssen sich neu organisieren. Manche bangen um ihren Arbeitsplatz oder Einzelhändler und Gastwirte um ihren Betrieb. Ältere Menschen haben weniger Kontakte oder Besuche. Wir verzichten auf feierliche 

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Gottesdienste in der kommenden heiligen Woche. Aber wir feiern das Osterfest, die Auferstehung Christi. Zwar jeder zu Hause, aber im Herzen und im Gebet mit allen verbunden. Maria begegnet in ihrer Trauer dem auferstanden Herrn. Ja er ruft sie beim Namen und trägt ihr auf es weiterzusagen. Jesus ruft auch mich, jeden von uns persönlich beim Namen, schon seit unserer Taufe und sagt uns: Fürchte dich nicht! Ich bin bei dir und diese Nähe gibt uns Kraft uns für das Leben einzusetzen und anderen zu helfen. 

Wir versuchen uns in diesen Tagen gegenseitig zu ermutigen - im Gebet gemeinsam mit meinen beiden Gemeindereferentinnen Gundula Langer und Maria Steindlmüller, mit Wort- gottesdiensten, Gebetsimpulsen, Glockenläuten zum Gebet, offene Kirche, über unsere Homepage und E-Mail Verteiler, die wir auch unseren drei Altenheimen und den Schwestern vom Sozialwerk für die Kranken mitgeben. Danke für jedes persönliche Gebet, die Gebetskreise und die ökumenische Gebets- gemeinschaft. Danke für Fernseh- und Radiogottesdienste und die Livestreameucharistiefeiern aus dem Münchner Dom. Danke für das Nähen von Mundschutz für das Sozialwerk. Danke für jede Spende. Danke den Mesnern und Pfarrsekretärinnen, die auch in dieser Zeit für uns da sind. Danke allen Angestellten und Ehrenamtlichen. Danke für alle Telefonanrufe und Osterbriefe, die andere trösten und aufbauen. Danke für alle Einkaufshilfen. Danke für jede Hilfe am Nächsten. Deshalb feiern wir auch in dieser Zeit Auferstehung, weil das Leben, weil Jesus Christus und alle, die mit ihm verbunden sind, stärker sind als Leid, Tod und Trauer. 

Mit österlichem Segen, auf die Fürsprache Marias, im Gebet verbunden Ihr Pfarrer, Christoph Rudolph 

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Fürbitten 

1) Für alle Menschen, die krank sind und um ihr Leben ringen. Wir bitten dich erhöre uns. 

2) Für alle Menschen, die in diesen Tagen über sich hinauswachsen, um anderen zu helfen. Wir bitten dich erhöre uns. 

3)Für alle Menschen, die hoffnungslos, einsam, ängstlich sind. Wir bitten dich erhöre uns. 

4)Für alle Menschen, die in ihrer materiellen und beruflichen Existenz bedroht sind. Wir bitten dich erhöre uns. 

5)Für alle Menschen, die derzeit weitreichende Entscheidungen treffen müssen. Wir bitten dich erhöre uns. 

6)Für alle Verstorbenen und für alle, die unter schwierigen Bedingungen Abschied von lieben Menschen nehmen müssen. Wir bitten dich erhöre uns. 

Segnung der Osterspeisen 

Wenn die Speisen noch nicht am Tisch stehen, werden sie jetzt gebracht und auf den Tisch gestellt. 

V. Gepriesen bist du, Herr unser Gott, du hast unsere Welt erschaffen. A: Dir sei Lob und Preis und Ehre. V: Du schenkst uns, was wir zum Leben brauchen. A: Dir sei Lob und Preis und Ehre. V: Du gibst uns zu essen und zu trinken. A:Dir sei Lob und Preis und Ehre. V. Dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, hat immer wieder mit den Menschen Mahl gehalten. 

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Für ihn ist das gemeinsame Essen und Trinken ein Bild für das Himmelreich. Heute sitzen wir am Tisch, um das Osterfest zu feiern. Aus deinem Segen empfangen wir diese Gaben: Brot, Eier, Fleisch und alle anderen Speisen. Dein Segen erfülle unser Heim und alle, mit denen wir uns verbunden fühlen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen 

Segensgebet 

Möge der auferstandene Christus dich im Lichte des neuen Tages segnen. O König der Könige, der du den Tod überwunden hast, steh uns bei. Wie uns die Sonne den neuen Tag bringt, so schenkt du uns neue Hoffnung. Das Blut aus deinen Wunden verwandelt sich zum Quell neuen Lebens. O Jesus, sei du bei uns in der Nacht und am Tag. 

(Ingrid Dlugos aus Irische Segenswünsche

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OSTERMONTAG 

Am Ostermontag feiern wir die Begegnung Jesu mit zwei Jüngern auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus: „Brannte uns nicht das Herz, als der Herr mit uns unterwegs redete?“ 

Liedvorschläge aus dem Gotteslob: Bleibe bei uns Herr (94), Durch das Dunkel hindurch (798), Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit (325) 

Evangelium - Lk 24, 13-35 

Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah: Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. 

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Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah: Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auf- erstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. 

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Gebet Herr, bleib bei uns und allen Menschen. Bleib bei uns, wenn es Abend wird, wenn Trauer und enttäuschte Hoffnungen unser Herz verdunkeln. Herr, bleib bei uns und bei allen Menschen. Bleib bei uns, wenn Fragen uns bedrängen, wenn wir dich nicht mehr finden im Gewirr unserer Zeit und unseres Lebens. Sende ihnen und uns allen Den Anfang neuen Lebens. (nach Ferdinand Kerstiens) 

Auferstehung 

Wir werden vor Türen stehen, die sich von innen öffnen. 

Die daran glauben, haben einen festen Schritt. Sie teilen mitten unter Geizigen. Sie danken mitten unter Undankbaren. Sie hungern mitten unter Satten. Sie gehen mit einfachem Licht durch siebenfache Finsternis. Sie leben wie die Lilien auf dem Feld und wie die Vögel des Himmels. Sie tanzen durch die Reihen der ewig Ernsten. Sie stehen zum Leben auf aus tiefsten Gräbern. Sie verkünden die unglaublichste aller Botschaften: 

ER lebt. Ihr werdet IHN sehen. 

(Martin Gutl) 

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Osterhoffnung 

es hebt sich der morgen 

gegen all das durchkreuzte 

nichts ist für immer begraben 

es trocknen die tränen und das zerbrochene sieht neues heil 

leben regt sich aus dem stein. (Thomas Schlager- Weidinger) 

Hilf, Maria, es ist Zeit 

Hilf, Maria, es ist Zeit. Mutter der Barmherzigkeit! Du bist mächtig, uns in Nöten und Gefahren zu erretten. Denn wo Menschenhilfe gebricht, mangelt doch die deine nicht. Nein, du kannst das heiße Flehen deiner Kinder nicht verschmähen. Zeige, dass du Mutter bist, wo die Not am größten ist. Hilf, Maria, es ist Zeit, Mutter der Barmherzigkeit! 

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Bitte um Gottes Segen–für den Tag und die Woche 

V:An diesem Tag, an dem wir den Sieg des Lebens über den Tod feiern, stellen wir uns unter den Segen Gottes. 

V: Du Gott der Liebe und des Lebens, führe uns aus unserem Gefangensein in die Freiheit. Du Gott der Liebe und des Lebens, geh mit uns durch die Finsternis ins strahlende Licht. Du Gott der Liebe und des Lebens, geleite uns durch den Tod zum Leben in Fülle. Das gewähre uns Gott, der Vater, der das Leben schenkt, der Sohn, der für uns gestorben und auferstanden ist, der Heilige Geist, der uns untereinander verbindet und stärkt. Amen. 

V: Bleiben wir in seinem Frieden! Halleluja. A: Amen. Halleluja 

Impressum: Hrsg. Pfarrverband Neubeuern – Nußdorf a. Inn, Pfr. Christoph Rudolph V.i.S.d.P., Zusammenstellung: Maria Steindlmüller. Quellen: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, www.trotzdemnah.at, www.netzwerk-gottesdienst.at, www.predigtforum.at; www.erzabtei- beuron.de, Ölbergandachten – Kreuzwege des Erzb. Seelsorgereferats München- Freising, Sperrige Nächte (Thomas Schlager- Weidinger). Die Rechte an den Texten liegen bei den Autoren. Bildnachweise: Bibel und Kreuz (aus Afrika), „Das Mahl“ (Sieger Köder), Ökumenischer Jugendkreuzweg 2008 „Menschensohn“, „ Auferstehung Christi“ (Mathias Grünewald), Ausschnitt aus dem Rosenberger Emmaus- Altar (Sieger Köder). 

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Kommende Termine