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Gebet in der Coronakrise

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost
und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den
Sterbenden. Bitte tröste jene, die jetzt trauern. Schenke
den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Allen
Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen
Belastung. Den Politikern und Mitarbeitern der
Gesundheitsämter Besonnenheit. Wir beten für alle, die in
Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind. Um
Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht. Wir beten für
alle, die großen materiellen Schaden haben oder
befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein
müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit. Und ja, wir beten,
dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen
zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit. Lass uns
nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. Dass wir
irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren
können. Dass Du allein ewig bist. Dass im Leben so vieles
unwichtig ist, was oft so laut daherkommt. Mach uns
dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell
übersehen.
Wir vertrauen Dir. Danke. Amen.

Vierter Fastensonntag am 22.03.2020

Laetare

Evangelium und Impulse für das Beten Zuhause

Pfarrverband Neubeuern – Nußdorf

Liebe Pfarrgemeinde!
Wie Sie bereits wissen sind aufgrund der Corona- Krise bis auf
Weiteres alle öffentlichen Gottesdienst und kirchlichen
Veranstaltungen abgesagt!
Die Kirchen sind tagsüber geöffnet. Wir möchten Sie einladen,
bewusst in die Kirche zum privaten Gebet zu gehen. In den Kirchen
Nußdorf, Neubeuern und Altenbeuern liegen Anliegenbücher auf.
Jede Woche werden wir im Seelsorgeteam eine nichtöffentliche
Andacht feiern, in denen wir ganz bewusst auch in den Anliegen
beten, die in den Fürbittbüchern abgelegt werden. Unsere Aufgabe
als Seelsorger ist es gerade in diesen Zeiten zu beten – für uns alle
und für die Welt.
An den Wochenenden werden wir das Evangelium vom Sonntag
und Impulse für die Gebetszeit Zuhause auf der Homepage
www.pfarrei-neubeuern.de veröffentlichen und in den Kirchen
auslegen. Ebenfalls liegen für die Kinder weiterhin die
Sonntagsblätter aus.
Wir möchten darauf verweisen, dass im Gotteslob sehr schöne
Gebete und Andachten zu finden sind. Sie können sich gerne für
diese Zeit ein Exemplar aus der Kirche holen.
Jeden Tag um 12 Uhr rufen die Glocken der katholischen und
evangelischen Kirchen zum persönlichen Gebet. So beten wir nicht
räumlich zusammen, aber dafür zeitgleich. Einen Vorschlag zum

ökumenischen Gebet finden Sie unter www.evangelisch-
brannenburg.de

Jeden Tag beten Menschen aus Neubeuern zur selben Zeit von
20.00 – 20.30 Uhr zuhause und stellen eine Kerze auf. Herzliche
Einladung zur zeitgleichen Gebetszeit Zuhause!
Der Pfarrverband Riedering hat eigens für die kommende Zeit einen
Youtube – Kanal eingerichtet: https://youtu.be/ew9KzXQfzAA

Es gibt auch auf verschiedenen Medien die Möglichkeit, den

Gottesdienst via Livestream mitzufeiern: https://www.erzbistum-
muenchen.de/gottesdienste-veranstaltungen/live-streams-online-
radio-podcast-sprachassistent oder am Sonntag:

www.zdf.fernsehgottesdienst.de
Auch Radio Horeb überträgt montags bis samstags um 9 Uhr sowie
sonntags um 10 Uhr eine Heilige Messe. Radio Horeb kann im
Raum München zu folgenden Zeiten über UKW unter der Frequenz
92,4 MHz empfangen werden oder übers Internet.
Die Erzdiözese hat eine Seite mit vielen Anregungen und Hilfen

zusammengestellt: https://www.erzbistum-muenchen.de/im-
blick/coronavirus oder auch bei der Erzdiözese Salzburg findet sich

eine Seite mit vielen Impulsen: www.trotzdemnah.at
Wir wollen vor dem Herrn beten, dass diese Pandemie möglichst
rasch vorübergeht und uns gewiss sein, dass Gott diesen Weg mit
uns geht!
Gott segne euch! Im Gebet bleiben wir verbunden.
Ihr Seelsorgeteam aus Neubeuern - Nußdorf

Aus dem Johannes - Evangelium (Joh 9, 1-41)
1 In jener Zeit sah Jesusunterwegs einen Mann, der seit
seiner Geburt blind war.
2Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? 3
Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren
wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern
haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm
offenbar werden.
4Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen
vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in
der niemand mehr wirken kann.5 Solange ich in der Welt
bin, bin ich das Licht der Welt.
6 Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann
machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem
Blinden auf die Augen und sagte zu ihm:
7 Geh und wasch dich in dem Teich Schilóach! Das heißt
übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch
sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.
8 Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen
hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der da saß und
bettelte? 9 Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er
sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.
10 Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet
worden?

11 Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen
Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh
zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich
und konnte sehen. 12 Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte:
Ich weiß es nicht.
13 Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu
den Pharisäern. 14 Es war aber Sabbat an dem Tag, als
Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.
15 Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden
sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die
Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich.
16 Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von
Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten:
Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So
entstand eine Spaltung unter ihnen.
17 Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du
selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der
Mann sagte: Er ist ein Prophet.
18 Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind
gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die
Eltern des von der Blindheit Geheilten und fragten sie:
19 Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind
geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sieht?

20 Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser
Sohn ist und dass er blind geboren wurde.
21 Wie es kommt, dass er jetzt sieht, das wissen wir nicht.
Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch
nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann
selbst für sich sprechen! 22 Das sagten seine Eltern, weil
sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten
schon beschlossen, jeden, der ihn als den Christus
bekenne, aus der Synagoge auszustoßen.
23 Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn
selbst! 24 Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind
gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib
Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder
ist.
25 Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur
das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehe. 26 Sie
fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine
Augen geöffnet?
27 Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt,
aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal
hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?
28Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses
Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. 29 Wir wissen,
dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da
wissen wir nicht, woher er kommt.

30 Der Mensch antwortete ihnen: Darin liegt ja das
Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei
hat er doch meine Augen geöffnet. 31 Wir wissen, dass Gott
Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen
Willen tut, den erhört er. 32 Noch nie hat man gehört, dass
jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. 33
Wenn dieser nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss
nichts ausrichten können.
34 Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden
geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn
hinaus.
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinaus gestoßen hatten, und
als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den
Menschensohn?
36 Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit
ich an ihn glaube? 37 Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn
bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es. 38 Er aber
sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
39 Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt
gekommen: damit die nicht Sehenden sehen und die
Sehenden blind werden.
40 Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie
fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? 41Jesus sagte zu
ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt
aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

Gedanken zum Evangelium:
„Glaubst du an den Menschensohn?“, fragt Jesus den geheilten
Mann. Diese Frage stellt Jesus auch uns - wie können wir darauf
antworten? In einer unsicheren Zeit, wo sich Angst breit macht? In
einer Zeit, in der unser Alltag Kopf steht und wir uns nach Normalität
sehnen? In einer Situation, die unsere Gesellschaft herausfordert
und verändern wird?
Das Coroana- Virus hat mit dem heutigen Evangelium direkt nichts
zu tun. Aber dennoch berührt es einige Fragen, die mit unserer
momentanen Situation etwas zu tun haben und gibt uns indirekt eine
Antwort darauf. Wir alle wollen gesund sein und uns nicht anstecken.
Gott kann uns nicht davor bewahren. Aber er möchte und kann
unsere Sorgen, Unsicherheiten und Ängsten abnehmen, wenn wir
sie ihm bringen und hinlegen. ER möchte uns heilen und uns von
ihnen freimachen. Damit wir das Leben, die Freude und Lebenslust
wieder finden und spüren können – trotz allem. ER möchte, dass wir
unseren Blick für unseren Nächsten und unser Zusammenleben
nicht verlieren– trotz allem. ER möchte, dass wir mit dem Herzen auf
Andere schauen und für unsere Beziehungen nicht blind werden –
trotz allem. Trotz allem ist Gott da! Das gibt uns Trost und Hoffnung!
Hoffnung, die uns nicht verzweifeln lässt. Hoffnung, dass Gott uns
heilt und uns ganz -heitlich umsorgt! Hoffnung, dass Gott mit uns
diese Krise aushält und durchsteht. Er fühlt mit uns und lässt uns
nicht allein!
Dass wir das ihm glauben und ihm vertrauen – dafür hat er uns vor
langer Zeit ein Zeichen geschickt: Jesus, den Menschensohn.

Impuls: Nicht Schuldige suchen, sondern Gottes Wirken
erkennen
aus: Henri Nouwen, Jesus. Eine Botschaft, die Liebe ist. Freiburg 2008.
Auf die Frage, wer an der tragischen Lage eines Blindgeborenen
schuld sei, gab Jesus zur Antwort: "Weder er noch seine Eltern
haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar
werden." (Johannes 9,3).
Wir verwenden jede Menge Energie auf die Frage, wem wir die
Schuld an unseren eigenen Schwierigkeiten und Katastrophen oder
an denjenigen anderer zuweisen können: unseren Eltern, uns selbst,
den Ausländern, den Juden, den Schwulen, den Schwarzen, den
Fundamentalisten, den Katholiken... Es verschafft einem eine
eigenartige Befriedigung, wenn man mit dem Finger auf jemanden
zeigen kann, und wäre man der sogar selbst. Das liefert eine Art
Erklärung und bringt immerhin einige Klarheit.
Aber Jesus erlaubt uns nicht, unsere eigenen Probleme oder
diejenigen anderer mit Schuldzuweisungen zu erklären. Seine
Herausforderung besteht darin, mitten in unserer Finsternis das Licht
Gottes zu erkennen. Aus der Sicht Jesu kann alles, selbst die größte
Tragödie, zum Anlass werden, dass sich Gottes Wirken offenbart.
Wie radikal neu wäre mein Leben, wenn ich bereit wäre, das Suchen
nach Schuldigen bleiben zu lassen und lieber das Wirken Gott mitten
unter uns zu verkünden! Ich glaube, das hat gar nicht viel mit den
äußeren Lebensumständen zu tun. Alle Menschen geraten in
tragische Situationen, werden mit dem Tod, Depressionen, Verrat,
Ablehnung, Armut, Trennung, Verlust und vielem mehr konfrontiert.
Selten haben wir besonders großen Einfluss darauf. Aber
entscheiden wir uns dafür, das zum Anlass von Schuldzuweisungen
zu nehmen, oder, um Gottes Willen zu sehen?
Die hebräische Bibel ist eine einzige Geschichte von menschlichen
Tragödien, aber wenn man diese Tragödien als den Kontext
durchlebt und in Erinnerung bringt, in dem sich Gottes
bedingungslose Liebe zum Volk Israel offenbart, wird diese
Geschichte zur Heilsgeschichte.

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